11.05.2004 · Der große Tag, auf den ganz Dänemark hingefiebert hat, ist da. Die dänische Polizei tut alles, damit die Traumhochzeit reibungslos und in Sicherheit abläuft.
Diesmal scheint es eine wirklich perfekte Traumhochzeit in einem europäischen Königshaus zu werden: In Dänemark werden Kronprinz Frederik und Mary Donaldson bereits wie Popstars bejubelt, das Bilderbuch-Paar gewinnt mit seiner unkomplizierten Art alle Sympathien und steht für eine neue, moderne Generation der Monarchie.
Ein weiterer Pluspunkt: Die bürgerliche Braut aus Australien hat im Vergleich zu den Auserwählten der Thronfolger Norwegens und der Niederlande einen einwandfreien familiären Hintergrund. Mary Donaldson hat die Herzen der Dänen längst erobert; von den Medien wird sie als „perfekte Prinzessin“ gefeiert. Am Tag der Hochzeit, also am kommenden Freitag, wird sie offiziell dänische Staatsbürgerin und verliert gleichzeitig ihre australische und britische Staatsbürgerschaft.
Jeder dritte dänische Polizist im Einsatz
Wenige Tage vor dem großen Ereignis gibt es in Kopenhagen und in ganz Dänemark kaum noch ein anderes Thema. Die Polizei erließ etliche Sicherheitsregeln. Dazu gehört, daß es den Zuschauern bei der Parade des Brautpaares nicht gestattet sein wird, mit Blumen zu werfen. „Blumen könnten für eine Bombe gehalten werden, und wir wollen unnötige Panik vermeiden“, sagte Polizeisprecher Flemming Steen Munch am Dienstag. Demnach gibt es auch eine Anweisung, nicht hinter der Hochzeitskutsche herzurennen.
Die Behörden rechnen mit 250.000 Schaulustigen am Straßenrand, wenn die Pferdekutsche mit dem königlichen Paar nach der Trauung am Freitag durch die Innenstadt von Kopenhagen fährt. Rund 3000 Polizisten, ein Drittel der dänischen Polizeitruppe, sind zur Wahrung der Sicherheit abgestellt. Die Innenstadt ist an diesem Tag für Autos gesperrt, im darüber liegenden Luftraum dürfen keine Flugzeuge verkehren.
Fernsehstreit in Deutschland
Die Einwohner von Kopenhagen wurden zur Wachsamkeit aufgerufen und gebeten, der Polizei jeden verdächtigen Vorfall zu melden. Aus Sicherheitsgründen soll ferner die genaue Liste der rund 800 Gäste mit Rang und Würden erst in letzter Minute veröffentlicht werden.
Die Spielverderber sitzen bisher in anderen Ländern - zum Beispiel in Deutschland. Hier will ein Zuschauer des ZDF gerichtlich durchsetzen, daß der Mainzer Sender am Freitag anstelle der königlichen Hochzeit in Kopenhagen seine angestammten Informationssendungen „heute“ und „Mittagsmagazin“ auszustrahlen habe. Ein entsprechender Antrag auf eine Einstweilige Verfügung liegt dem Verwaltungsgericht in Mainz vor. Allerdings gibt es bereits einen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts von 1978, der besagt, daß einzelne Rundfunkteilnehmer nicht die Ausstrahlung einzelner Sendungen durchsetzen können. „Sonst könnte ja jeder für jeden Sendeplatz eigene Wünsche äußern“, sagte ZDF-Sprecher Walter Kehr.