06.04.2005 · Er ist einer der begehrtesten Junggesellen der europäischen Monarchie, doch Prinz Albert von Monaco zeigt sich in der Öffentlichkeit nur selten in weiblicher Begleitung. Gerüchte gibt es dennoch zuhauf. Ein Portrait des Thronfolgers.
Kronprinz Albert von Monaco wirkt bescheiden und zurückhaltend und gehört mit seinen 47 Jahren zu den hartnäckigsten Junggesellen der europäischen Fürstenhäuser. Der Sohn von Fürst Rainier III. ist ein vielseitiger Sportler, der anscheinend lieber Bob und Rallyeautos fährt, als sich eine Ehefrau zu suchen.
Bei fünf Olympischen Winterspielen fuhr Albert im Bob-Team mit. Er brachte zwar keine Medaillen heim, doch „mit dabei zu sein“ war für ihn eine „menschliche und sportliche Bereicherung“. Entsprechend engagiert ist er außerdem im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dem er seit 1985 angehört.
Nichts als Gerüchte
Fotos von Albert mit schönen Frauen an seiner Seite schmücken regelmäßig die entsprechenden Magazine - doch seine Romanzen sind nie wirklich konkret geworden. Zuletzt schlugen die Herzen der Monegassen höher, als der Prinz bei einem Gala-Empfang in New York von der blonden amerikanischen Stabhochspringerin Alicia Warlick begleitet wurde.
Man sprach bereits von einer erstaunlichen Ähnlichkeit mit Alberts amerikanischer Mutter, dem Hollywood-Star Grace Kelly. Doch die Gerüchte währten nicht lange. Ebenso spekulativ blieben Verbindungen zu dem deutschen Supermodel Claudia Schiffer oder der Schauspielerin Gwyneth Paltrow.
„Ich fühle mich gerüstet.“
Im Gegensatz zu seinen Schwestern Caroline und Stéphanie ist Albert bislang von persönlichen Schicksalsschlägen und öffentlichen Turbulenzen verschont geblieben.
Seit gut einem Jahrzehnt wurde er von seinem Vater als Thronfolger aufgebaut und hat zunehmend die Repräsentationspflichten des kranken Rainier übernommen. Zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen Monacos reist er quer durch Europa und die USA.
Schon vor Jahren sagte Albert zur Übernahme der Macht im Fürstentum: „Ich fühle mich für die Aufgabe gerüstet.“ Vor einer Woche übertrug der Kronrat ihm die Regentschaft, weil Rainier III. diese unter künstlicher Beatmung von der Intensivstation des Krankenhauses aus nicht mehr ausüben konnte.
Den Großteil des Vermögens
Nach Artikel 10 der Verfassung von 1962 haben Söhne in der Thronfolge in Monaco Vorrang: „Die Thronfolge erfolgt in direkter Linie vom herrschenden Fürsten, nach der Reihenfolge der Geburt, mit Vorrang für die männlichen Nachfolger bei gleichem Verwandtschaftsgrad.“
Aber Prinz Albert erbt nicht nur den Titel seines Vaters „Seine Durchlauchtigste Hoheit“, sondern nach Einschätzung des amerikanischen Biografen J. Randy Taraborrelli („Once upon a Time“) auch den Großteil des auf 1,7 Milliarden Dollar geschätzten Vermögens des verstorbenen Fürsten.
Oldtimer-Sammlung mit 180 Fahrzeugen
Hinzu kommen der Fürstenpalast mit 235 Zimmern, das Schloß Marchais bei Paris mit weitläufigem Jagdgelände, den Privatjet, die Yacht, die Oldtimer-Sammlung mit 180 Fahrzeugen und die Briefmarken-Sammlung, die als eine der wertvollsten der Welt gilt sowie ein Aktienpaket des Casinos von Monte Carlo im Millionenwert.
Das Geld-Erbe teilen sich Albert und Caroline, die außerdem die Familienvilla La Vigie in Roquebrune Cap-Martin und den meisten Schmuck ihrer Mutter erhält. Die jüngste Tochter Stéphanie soll 17 Millionen Dollar erhalten, die ihr jedoch in monatlichen Raten von jeweils 50. 000 Dollar ausgezahlt werden sollen.