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Preise Oslo und London sind die teuersten Städte der Welt

10.08.2006 ·  Lateinamerika und Asien holen auf, doch Europa hält seinen Vorsprung. Oslo, London, Kopenhagen, Zürich, Tokio und Genf: Das sind laut einer Studie der Schweizer Großbank UBS die weltweit teuersten Städte.

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In der globalisierten Wirtschaft haben sich die Handelsströme zugunsten von Asien und Lateinamerika verändert, und Europa hat etliche Industriearbeitsplätze verloren. Dennoch konnten die aufstrebenden Volkswirtschaften den Wohlstandsvorsprung des "alten" Kontinents bisher kaum verringern. Darauf deutet eine Studie der Schweizer Großbank UBS hin, mit der die Volkswirte alle drei Jahre Löhne und Preise in 71 Städten erfassen und die Kaufkraft der Bürger in den Metropolen der fünf Kontinente messen.

Unter den zehn Städten mit der höchsten Binnenkaufkraft sind fünf europäische (Zürich, Genf, Dublin, Luxemburg und Berlin), drei amerikanische (Los Angeles, New York und Chicago) sowie Sydney (Australien) und Auckland (Neuseeland). Auf den Plätzen elf und zwölf folgen mit Frankfurt und München zwei weitere deutsche Städte, während asiatische Städte erst mit Tokio auf Platz 24 und Taipeh auf Platz 33 zu finden sind. Die Binnenkaufkraft entspricht dem durchschnittlichen Nettolohn in 14 Berufen, dividiert durch die Kosten eines repräsentativen Warenkorbes. Mietkosten sind nicht einbezogen.

Asien und Lateinamerika verringern den Abstand

Dank höherer Löhne haben Städte in Asien und Lateinamerika zwar den Abstand verringern können zu Metropolen westlicher Industrieländer. Weil aber entweder die Steuern oder die Preise hoch sind, ist die Kaufkraft dennoch spürbar geringer. Ein wichtiger Grund für die Spitzenposition der Schweizer Städte Zürich und Genf sind nicht nur die üppigen Gehälter der Banker, sondern auch die hohen Löhne im öffentlichen Dienst. In Schwellenländern verdienen Lehrer, Polizisten und Busfahrer erheblich weniger, was die durchschnittliche Kaufkraft senkt. Der größte Aufsteiger in der Tabelle kommt nicht aus einem Schwellenland, sondern es ist die irische Hauptstadt Dublin.

Auch bei einem anderen Indikator der Kaufkraft, der Arbeitszeit für einen "Big Mac", sind Amerikaner und Europäer noch im Vorteil: Ein New Yorker muß dafür 13 Minuten arbeiten, ein Zürcher 15 und ein Berliner 17 Minuten, während ein Moskauer 25 und ein Einwohner in Schanghai 38 Minuten braucht. Mit 97 Minuten am längsten für einen Hamburger arbeiten muß ein Kolumbianer. Der globale Durchschnitt beträgt 35 Minuten.

New York rückt mit den Mietpreisen vor

Die weltweit teuersten Städte sind nach der Studie Oslo, London, Kopenhagen, Zürich, Tokio und Genf, wobei der Warenkorb 122 Güter umfaßt und nach europäischen Konsumgewohnheiten bestückt wurde. Damit ist er für Asien oder Amerika wohl nicht ganz repräsentativ. Werden auch die Mietkosten einbezogen, sind London und New York am teuersten.

Die Ökonomen der UBS haben festgestellt, daß in Europa wegen der Einführung des Euro die Preise sich angenähert haben. Seit 1985 ist die relative Preisstreuung in den europäischen Städten um ein Drittel gefallen. In Asien dagegen ist die Spanne zwischen der teuersten Stadt (Tokio) und den billigsten Metropolen (Delhi, Mumbai und Kuala Lumpur) erheblich größer als in Europa. Spitzenreiter bei den Löhnen sind Kopenhagen, Oslo, Zürich und Genf. Die hohen Steuern im Norden Europas erklären, warum die Kaufkraft in den skandinavischen Ländern im Vergleich zu den Schweizer Städten dennoch deutlich niedriger liegt.

Quelle: km., F.A.Z., 10. August 2006
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