04.04.2001 · Die Allergie weist interessante Verteilungsmuster auf. 60 Prozent der Heuschnupfen-Patienten leben in Städten.
Rund zwölf Millionen Deutsche leiden nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) in Mönchengladbach unter Heuschnupfen. Das sind rund 16 Prozent der Bevölkerung. Die Zahlen stiegen in den letzten Jahren. Niesreiz und rote Augen gehören für immer mehr Menschen zum Frühling dazu.
In Deutschland gibt es nach Auskunft des Deutschen Allergiker- und Asthmabundes keine vergleichende Studie, die den Anstieg der Pollenallergie belegt. Doch eine Studie aus der Schweiz kann nach Aussage der Geschäftsführerin des DAAB, Andrea Wallrafen, nahezu hundertprozentig auf Deutschland übertragen werden. In dem Alpenland waren im Jahr 1910 nur 0,8 Prozent der Bevölkerung an Heuschnupfen erkrankt, heute sind es 16,8 Prozent.
Mehr Allergiker in Städten
Die Allergie weist interessante Verteilungsmuster auf. 60 Prozent der Heuschnupfen-Patienten leben in Städten. „Dort gibt es mehr Unweltschadstoffe. Die lagern sich auf das Eiweiß der Pollen und machen es aggressiver“, erklärt Andrea Wallrafen.
Aktuelle Studie
In den neuen Bundesländern gibt es insgesamt weniger Allergiker. „Das liegt zum Teil an den Impfungen, die es dort früher gab. Aber vor allem auch daran, dass die Kinder schon sehr früh in den Horten immunisiert wurden“, sagt die DAAB-Geschäftsführerin. Diese Erkenntnis deckt sich auch mit einer Studie der Bayerischen Akademie für Wissenschaften. Je mehr ältere Geschwister vorhanden sind, desto mehr Infektionskrankheiten finden im frühen Lebensalter statt. Dabei sinkt gleichzeitig das Risiko, an Heuschnupfen zu erkranken. Nachzulesen ist dies in dem Band „Allergie, eine Zivilisationskrankheit?“, der die Ergebnisse einer Fachtagung der Kommission für Ökologie der Akademie zusammenfasst.