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Polarforschung 20 Jahre "Polarstern": Eine Million Seemeilen für die Wissenschaft

09.12.2002 ·  Wer das Klima der Erde verstehen will, muss in ihre Eisschränke - die Polgebiete - schauen. Wissenschaftler tun dies seit 20 Jahren mit dem Forschungsschiff "Polarstern".

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Der deutsche Forschungseisbrecher „Polarstern“ pendelt seit 20 Jahren zwischen Nord- und Südpol: Am 9. Dezember 1982 wurde das Schiff in Dienst gestellt. Bis heute absolvierte es 18 Arktisexpeditionen und befindet sich auf seiner 20. Antarktismission.

Die wissenschaftliche Arbeit an Bord in den Fachgebieten Biologie, Geologie, Geophysik, Chemie, Ozeanographie, Meteorologie und Glaziologie (Gletscherkunde) dient der weltweiten Umwelt- und Klimaforschung. Für mindestens zehn weitere Jahre bleibt das Schiff nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI/Bremerhaven) wichtigstes Instrument der Polarforschung.

Erstes konventionelles Schiff am Nordpol

Bisher hat der Forschungseisbrecher, der lange als das weltweit modernste Schiff seiner Art galt, mehr als eine Million Seemeilen zwischen den Polen zurückgelegt. Am 7. September 1991 erreichte die „Polarstern“ als erstes konventionell angetriebenes Schiff den Nordpol.

Die Polargebiete der Erde haben nach Angaben des AWI in der modernen Umweltforschung einen hohen Stellenwert. Erkenntnisse über das Klima früherer Zeiten, die aus Ablagerungen am Meeresboden gewonnen werden, helfen bei der wissenschaftlichen Bewertung heutiger und zukünftiger Klimaveränderungen. Kaltes Bodenwasser, das in den arktischen und antarktischen Ozeanen entsteht, treibt die globalen Meeresströmungen an und beeinflusst das Klima weltweit.

„Die gesamte Erforschung der schwer zugänglichen antarktischen Packeiszone wäre ohne Schiffe wie "Polarstern" nicht möglich gewesen“, schildert einer der wissenschaftlichen Fahrtleiter, Biologe Wolf Arntz. „Unter dem Packeis haben wir Lebensgemeinschaften beobachtet, die in ihrer Vielfalt an Korallengärten der gemäßigten Breiten erinnern.“

International Bedeutung

Die „Polarstern“ ist auch für die internationale Wissenschaft attraktiv: Es gibt keine Expedition, für die es nicht erheblich mehr Anfragen als Teilnahmemöglichkeiten gibt. In der Regel sind ein Drittel AWI-Mitarbeiter, ein Drittel deutsche Wissenschaftler und ein Drittel internationale Kollegen an Bord. Bis jetzt nahmen Mitglieder von insgesamt 35 Nationen an den Expeditionen teil.

Der Eisbrecher gehörte dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das AWI betreibt die „Polarstern“ und macht sie für interessierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt zugänglich und nutzbar. Die Reederei Laeisz stellt die Mannschaft und hält das Schiff technisch auf dem neuesten Stand.

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