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Planetenforschung Extreme Ziele für die Nasa

12.06.2001 ·  Die Nasa wagt sich ans Extreme: Bis zum Ende dieses Jahrzehnts sollen irdische Sonden die kleinsten Planeten unseres Sonnensystems besuchen und intensiv untersuchen.

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Mit der Erforschung des Pluto, des äußersten Planeten im Sonnensystem, nähert sich die Nasa Neuland. Der bisher unerforschte kleinste Trabant unseres Zentralgestirns ist mit knapp sechs Milliarden Kilometern Entfernung so weit weg von der Sonne, dass ihn das Licht kaum noch wärmt. Im Gegensatz zu Merkur: Der innerste Planet schwitzt „nur“ 57 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt vor sich hin. Der Besuch beider Himmelskörper ist somit eine echte Herausforderung.

Jay Bergstralh, Chef-Wissenschaftler der Nasa-Abteilung für die Erkundung des Sonnensystems, spricht im Falle der „Messenger“-Mission zum Merkur sogar von der „komplexesten und herausforderndsten Entdeckungsmission“, die die Nasa je auf die Beine gestellt habe. Ein Erdenjahr lang soll der „Messenger“ (kurz für „MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry, and Ranging“) Oberfläche und Bestandteile des Planeten, auf dem es bei Tageshöchsttemperaturen von 427 Grad wundersamerweise dennoch polares Eis gibt, untersuchen.

Fünfjährige Reise

Rund 256 Millionen Dollar wird die „Messenger“-Mission kosten. Im März 2004 soll die Sonde zu ihrer interplanetaren Reise aufbrechen und im April 2009 eintreffen. Dann wird „Messenger“ das zweite Raumschiff sein, dass den Merkur erreicht. 1974 und 1975 sammelte „Mariner 10“ bei drei Vorbeiflügen bereits einige Daten über den Planeten.

Der einzige Unbekannte

Noch gar nicht aus der Nähe erforscht wurde dagegen Pluto - als einziger Planet im Sonnensystem. Nachdem der Kongress in Washington bis auf weiteres die erforderlichen Fördermittel freigegeben hat, können sich die Wissenschaftler daran machen, für die Mission Konzepte zu entwickeln. 2006 soll die Sonde zu der Eiswelt starten. „Die Pluto-Mission wird uns die Möglichkeit geben, ein Stück tiefgefrorener Geschichte zu untersuchen, dass uns erzählen kann, wie unser Sonnensystem zu dem wurde, was es jetzt ist, und welche Materialien zur Bildung von Leben nötig sind“, ist Colleen Hartman, Direktorin des Nasa-Pluto-Programms, überzeugt.

Zwei konkurrierenden Forscherteams der Johns Hopkins Universität und der Universität von Colorado stehen nun je 450.000 Dollar zur Verfügung, um in den kommenden drei Monaten ein tragfähiges Konzept für die Plutomission zu entwickeln. Allerdings fangen die Wissenschaftler nicht bei Null an, verfolgt die Nasa doch schon seit geraumer Zeit das Vorhaben, den neunten Planeten zu besuchen.

Eine andere Art von Planet

Die Forscher sind vor allem deshalb auf eine Reise zum Pluto erpicht, weil es sich bei der weit entfernten Eiskugel um eine dritte Planeten-Art im Sonnensystem handelt. Pluto ist weder ein feste Kugel wie die inneren Planeten (einschließlich der Erde) noch ein Gasriese wie Jupiter oder Saturn. Pluto ist ein so genanntes Kuiper-Gürtel-Objekt, also ein Himmelskörper, der aus dem Rohmaterial zur Bildung des Sonnensystems zusammengeklumpt ist. Noch heute fliegen jenseits des Pluto zahllose Brocken um die Sonne. Diese bilden den nach einem niederländischen Astronomen benannten Kuiper-Gürtel, der ebenfalls Bestandteil unseres Sonnensystems ist und als Kinderstube von Kometen gilt.

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