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Passauer Schule „Hallo“ und „tschüss“ sind nicht erwünscht

06.02.2012 ·  „Grüß Gott“ : Die Rektorin einer Mittelschule in Passau will bayerische Grußformeln fördern. Den CSU-Vorkämpfer Markus Söder freuts. „Auf Wiedersehen.“

Von Albert Schäffer
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Schade, dass Markus Söder, der bayerische Finanzminister, nicht mehr zur Schule geht - zumindest in Passau könnte er reüssieren, obwohl die Stadt in Niederbayern liegt und Söder Franke ist. "Guten Morgen, grüß Gott", sagte Söder am Montag zu einer Moderatorin des Deutschlandfunks, die ihn zur griechischen Schuldenkrise befragte; der CSU-Politiker hielt sich damit exakt an die Empfehlung von Petra Seibert, der Rektorin der Mittelschule St. Nikola in Passau. Die Pädagogin hat ihren Schülern nahegelegt, statt "Hallo" und "Tschüss" lieber "Grüß Gott" und "Auf Wiedersehen" zu gebrauchen; wer wolle, könne "Grüß Gott" auch durch ein "Guten Morgen" ersetzen.

Alle, die mit Argusaugen verfolgen, dass zu Söders Hauptbeschäftigungen gegenwärtig das Wettern gegen den Länderfinanzausgleich gehört, werden aufhorchen, dass er die Passauer Schulbegrüßung "Guten Morgen, grüß Gott" praktiziert. Den Preußen, um diesen Sammelbegriff zu gebrauchen, ein fideles Leben zu finanzieren und nach Ablieferung des Geldes mit einem "Tschüss" heimgeschickt zu werden: Das könnte die bayerische Volksseele so erregen, dass sie die Grüß-Gott-Partei CSU wieder schätzen lernt.

Wer mit der Rektorin Seibert spricht, erlebt freilich keine Vorkämpferin für die bayerische Mundart, die ein "Guten Tag" als Finis Bavariae empfindet. Sie will ihren Schülern nur den Weg ins Leben erleichtern, der mitunter beschwerlich sein kann, wenn einem möglichen Arbeitgeber ein "Hallo" entgegengeschmettert und das Vorstellungsgespräch mit "Tschüss" beendet wird. Ihr geht es um eine Erziehung zur Höflichkeit, zu der für sie auch Grußformeln gehören, die Respekt ausdrücken. Der Gebrauch des bayerischen Dialekts ist dabei keine Pflicht, obwohl er in seiner Geschmeidigkeit gerade bei einem schlechten Namensgedächtnis weiterhilft: "Grüß Sie Gott" - persönlicher kann eine Begrüßung kaum ausfallen.

An den Passauer Schulen werden keine sprachlichen Separatisten ausgebildet - der Bayer liebt schließlich fremdsprachliche Anleihen, wie schon das joviale "Servus" zeigt. "Servus" ist allerdings nicht in allen Lebenslagen empfehlenswert, etwa während einer Audienz beim Papst, auch wenn es ein bayerischer Papst ist, der Latein liebt.

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Jahrgang 1957, politischer Korrespondent in München.

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