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Pariser Vororte Tod zweier Jugendlicher löst Krawalle aus

26.11.2007 ·  In einem Vorort von Paris ist es zu schweren Ausschreitungen zwischen Polizeikräften und jugendlichen Randalierern gekommen. Auslöser für die Krawalle war ein Verkehrsunfall zwischen einem Polizeiwagen und einem Cross-Motorrad.

Von Michaela Wiegel
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Zu schweren Ausschreitungen zwischen Polizeikräften und jugendlichen Randalierern ist es in der Nacht zum Montag in dem nördlich von Paris gelegenen Vorort Villiers-le-Bel gekommen. Auslöser für die Krawalle war ein Verkehrsunfall an einer befahrenen Kreuzung zwischen einem Polizeiwagen und einem für den Straßenverkehr nicht zugelassenen Cross-Motorrad. Die zwei 15 und 16 Jahre alten Motorradfahrer schwarzafrikanischer Herkunft, die keine Schutzhelme trugen, starben kurz nach dem Zusammenstoß.

Der Unfall ereignete sich am späten Sonntagnachmittag. Der Polizeiwagen war nach ersten Erkenntnissen der Generalinspektion der nationalen Polizei nicht im Einsatz. Eine Verfolgungsjagd habe nicht stattgefunden. Ein Alkoholtest der beiden Polizisten war negativ. Die Staatsanwaltschaft leitete am Montag Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und unterlassene Hilfeleistung ein.

Die Schaulustigen, die sich am Unfallort im Zentrum des Vororts versammelten, hatten den Polizisten die Schuld an dem Unfall gegeben. Sie griffen die Polizisten und hinzukommende Rettungskräfte und Feuerwehrleute mit Steinenund anderen Gegenständen an. Sie warfen Molotowcocktails und steckten parkende Autos in Brand. Der diensthabende Polizeikommissar, der versuchte, die Jugendlichen zur Vernunft zu bringen, wurde mit Eisenstangen geschlagen. Er erlitt Rippenbrüche und einen Nasenbeinbruch. Das Auto des Polizeikommissars wurde in Brand gesetzt.

Schlacht hunderter Randalierer

Der sozialistische Bürgermeister von Villiers-le-Bel, Didier Vaillant, der sich zum Unfallort begeben hatte, sah der Schlacht der schließlich etwa hundert Randalierer hilflos zu. Das nahegelegene Polizeikommissariat wurde von ihnen ebenso verwüstet und in Brand gesteckt wie die Feuerwehrwache und mehrere Geschäfte. Insgesamt mussten die Feuerwehrleute mehr als fünfzig Brandherde löschen.

Die Jugendlichen zogen in die Nachbargemeinde Arnouville und verwüsteten auch dort die Polizeiwache. Trotz rascher Verstärkung brauchte die Polizei bis nach Mitternacht, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Die Situation sei schlimmer gewesen als bei den Banlieue-Unruhen im November 2005, sagte ein Polizist. Der Bürgermeister der Nachbargemeinde Sarcelles, der Sozialist François Pupponi, sprach von einem „zweiten Clichy-sous-Bois“. Die Unruhen 2005 hatten in Clichy ihren Ausgang genommen, nachdem zwei Jugendliche unter ungeklärten Umständen auf der Flucht vor der Polizei in einem Transformatorenhäuschen den Tod gefunden hatten. Der Bürgermeister von Villiers-le-Bel, Vaillant, bezeichnete die Spannungen zwischen Polizei und Jugend in seiner Gemeinde als „immens“. Er rief zu Ruhe und Besonnenheit auf.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AFP
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Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

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