In Frankreich hat die Polizei die europaweit zweitgrößte Fälscher-Werkstatt für Euro-Scheine ausgehoben, die je entdeckt wurde. Falsche Scheine im Wert von mehr als neun Millionen Euro seien in der Werkstatt bei Paris produziert worden, hieß es am Donnerstag aus Polizeikreisen. Die Fälscher hatten demnach 350.000 falsche Zwanzig- und Fünfzig-Euro-Scheine hergestellt.
Die Razzia fand am Dienstag und Mittwoch im Département Seine-et-Marne statt. Versteckt in einem Gewerbegebiet eines kleinen Dorfes zwischen Meaux und Chelles flog die Fälscher-Werkstatt - die bislang größte in Frankreich - nach der Festnahme dutzender Personen in den vorangegangenen Monaten auf. Der bereits einschlägig vorbestrafte Chef der Fälscher wurde aber erst kürzlich geschnappt.
Mit Digitaltechnik hergestellt
Die falschen Scheine von „guter Ausführung“ waren den Angaben zufolge seit 2007 aufgetaucht. Sie wurden nicht, wie zumeist, per Offset-Druck hergestellt, sondern per Digitaltechnik. 90 Prozent der „Blüten“ wurden in Frankreich verteilt, der Rest in angrenzenden Nachbarländern.
Für die Ermittler gestaltete es sich besonders schwierig, die Fälscher-Werkstatt ausfindig zu machen, obwohl die Köpfe der Bande bereits hinter Schloss und Riegel saßen. Schließlich konnte die Position in einem Gewerbegebiet zwar eingekreist werden. Aber in dem Komplex mit mehreren Gebäuden war der Einsatz eines Vermessungsingenieurs von Nöten, um am Ende die Werkstatt hinter einer doppelten Trennwand und unter einer Beton-Bodenplatte zu entdecken.
Jedes Jahr fliegen zwischen 30 und 40 Fälscher-Werkstätten in Frankreich auf, das laut Polizei besonders von dieser Art Kriminalität betroffen ist. Erstmals wurde nun eine Einrichtung eines solchen Ausmaßes entdeckt. Die meisten Fälschungen in Europa kommen aus Italien, aber auch in Bulgarien, Litauen und Polen ist das Problem besonders ausgeprägt.
Quod licet Iovi, non licet bovi
Frank Martin (FrankMartin)
- 14.06.2012, 15:29 Uhr