10.07.2009 · Beim traditionellen Stiertreiben in der spanischen Stadt Pamplona ist ein junger Mann getötet worden. Ein Stier hatte ihn auf die Hörner genommen und ihm in den Hals gestochen.
Von Leo Wieland, MadridBei dem dramatischsten Stierlauf der diesjährigen Fiesta San Fermín im spanischen Pamplona ist am Freitag ein junger Mann getötet worden. Er erlag im Krankenhaus einer Verletzung der Halsschlagader durch einen Hornstoß. Der Tote, dessen Identität zunächst unklar war, ist ein 27 Jahre alter Spanier aus Alcalá de Henares in der Nähe von Madrid.
Der vierte „Encierro“ des Festes, das noch bis zum 14. Juli dauern wird, komplizierte sich, als sich der Stier „Capuchino“ von der Herde der übrigen fünf Kampfstiere und des sie begleitenden Leitochsen löste, und in „Straßenfegermanier“ zahlreiche Läufer angriff. Drei weitere „Mozos“ kamen mit Hornstößen und fünf mit Prellungen und Gehirnerschütterungen ins Spital. Weil Capuchino sich in den Gassen der Altstadt mehrmals drehte und in der Gegenrichtung auch die Läufer hinter ihm attackierte, dauerte der rund achthundert Meter lange Encierro mehr als vier Minuten.
Tierschützer fordern Verbot
Seit den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sind bei den Sanfermines nunmehr fünfzehn Menschen ums Leben gekommen. Die letzten Todesfälle trugen sich 1980 und 1995 zu, als junge Amerikaner durch Hornstöße umkamen. Im Jahr 2003 starb ein erfahrener 62 Jahre alter spanischer Läufer aus Navarra mehrere Wochen nach einem unglücklichen Sturz. Die Stiere des Züchters Jandilla, zu denen auch Capuchino gehört, gelten als besonders aggressiv und führen die Verletztenliste in Pamplona an.
In Zuschriften an spanische Zeitungen und im Internet gab es in den Stunden nach dem Todesfall mehrere erregte Reaktionen. Vor allem Tierschützer verlangten ein Verbot sowohl der Läufe als auch der Corridas. Die sechs Stiere, die am Vormittag in Pamplona durch die Straßen hetzen, sind dann am Nachmittag die Hauptakteure eines regulären Stierkampfs. Durch ihren direkten Kontakt mit der Menschenmenge während des Encierros sind sie häufig auch für die Toreros besonders gefährlich.
Jedes vorlorene Menschenleben ist zu bedauern,...
Stefan Schaller (hnosteve)
- 10.07.2009, 15:21 Uhr
Sehr bedauerlich...
Frank Lehmann (lefra)
- 10.07.2009, 16:46 Uhr
Das ist einfach nur Pech...
Alfons Crocusé (ALCR)
- 10.07.2009, 20:53 Uhr
Risiko
Ulrich Mauer (UMAU)
- 10.07.2009, 23:05 Uhr
Leo Wieland Jahrgang 1950, politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel, Marokko und Tunesien mit Sitz in Madrid.
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