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Paläontologie Was Ötzi zuletzt aß

16.09.2002 ·  Das Rotwild in Ötzis Magen gibt nicht nur Aufschlüsse über die Diät vor 5.000 Jahren, sondern könnte auch erklären, warum Ötzi starb.

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In Ötzis linker Schulter steckt eine Speerspitze. Aber nicht allein dieser Fund an der 5.000 Jahre lang im Alpen-Eis eingefrorenen Leiche des Menschen, der 1991 gefunden wurde, stellt die Wissenschaft vor Rätsel. Mit ihm wurden Lederkleidung, eine Kupferaxt, ein Bogen und einige Pfeile gefunden. Jetzt verrät eine Magenanalyse mehr über den Mann aus dem Eis, von dem vermutet wird, er sei Jäger oder Kämpfer gewesen.

Franco Rollo und sein Team von der Universitá di Camerino haben Ötzis Magen einer Analyse unterzogen. Sie fanden Hinweise auf zwei letzte Mahlzeiten, die nicht nur die Diät des Mannes aus Tirol zeigen, sondern auch Hinweise auf seinen Weg durch die Alpen - und vielleicht den Grund seines Todes - geben.

Rotwild als Henkersmahlzeit

Die gefundenen Gene deuten darauf hin, dass Ötzi als vorletzte Mahlzeit aus Getreide, Pflanzen und Steinbockfleisch in einem Koniferen-Wald in mittlerer Höhe zu sich nahm. Dann führte ihn sein Weg den neuen Erkenntnissen zufolge durch ein hochgelegenes, steiniges Becken, wo er starb. Doch vorher aß er nochmals Getreide und dazu Rotwildfleisch.

Das könnte der Schlüssel zu Ötzis Tod sein, denn schon aufgrund der Speerspitze vermuteten Forscher, dass er von rivalisierenden Jägergruppen getötet worden sein könnte. Seine Henkersmahlzeit könnte darauf hindeuten, dass das Rotwild, das in Ötzis Magen landete, zu ernsthaften Streitigkeiten und zu seinem gewaltsamen Tod führte. Ein eindeutiger Beweis ist das noch nicht, aber ein weiteres Puzzleteil in der Geschichte Ötzis und damit der Menschheit.

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