18.06.2007 · Die britische Polizei hat einen internationalen Kinderporno-Ring zerschlagen und 31 Kinder vor weiterem Missbrauch bewahrt. Mehr als 700 Verdächtige wurden identifiziert. Auf die Spur gekommen waren die Ermittler dem kriminellen Netz über einen Internet-Chatroom.
Ermittler in Großbritannien und 34 weiteren Ländern haben einen internationalen Kinderpornografie-Ring mit Aufnahmen von teils sadistischem Missbrauch im Internet zerschlagen. Der britische Hauptbetreiber der Online-Tauschbörse wurde am Montag von einem Gericht zu einer einzigartigen „unbefristeten“ Gefängnisstrafe verurteilt. Der 27-Jährige dürfe erst dann entlassen werden, wenn Experten das Risiko seiner Freilassung für die Öffentlichkeit als vertretbar einstufen, verfügte der Richter in der ostenglischen Stadt Ipswich.
Von den Tätern seien „sehr, sehr junge Kinder - praktisch Babys - bis hin zu solchen im frühen Teenageralter“ missbraucht worden, erklärte die britische Behörde gegen den Missbrauch sowie für den Schutz von Kindern im Internet (CEOP). Durch die Zerschlagung des Online-Rings seien bislang 31 Kinder vor weiterem Missbrauch für pornografische und teils schockierend gewaltverherrlichende Aufnahmen bewahrt worden.
33 Jahre alter Brite festgenommen
Außer dem 27-Jährigen war zuvor auch ein 33 Jahre alter Brite wegen des Betriebs der Internettauschbörse für pädophile Bilder und Videos schuldig gesprochen worden, dessen Strafmaß stand zunächst nicht fest. Über den Pornografie-Ring, an dessen Aufdeckung auch Sonderermittler in Kanada und Australien maßgeblich beteiligt waren, hätten rund 700 Verdächtige tausende Fotos und Videos von Kindesmissbrauch ausgetauscht. Die Ermittlungen gegen sie seien im Gange.
Allein 200 der Verdächtigen lebten in Großbritannien, teilte die Behörde weiter mit. Die beiden Verurteilten hätten nacheinander eine Internettauschbörse mit dem Namen „Kinder sind die Lichter unseres Lebens“ betrieben. Auf ihren Computern habe die Polizei nach den Festnahmen im September 2006 sowie im Januar 2007 insgesamt Zehntausende von Fotos und Videoaufnahmen mit missbrauchten Kindern gefunden.
„Größte international koordinierte Aktion“
Die Materialien hätten der Polizei geholfen, die an den Straftaten Beteiligten aufzuspüren und Kinder vor weiterem Missbrauch zu retten. „Dies ist die bislang größte international koordinierte Aktion gegen Kindesmissbrauch im Bereich des Internets“, sagte CEOP-Direktor Jim Gamble. In welchen Ländern die Aufnahmen der missbrauchten Kinder entstanden, teilte die Behörde zunächst nicht mit.
„Glücklicherweise sind diese beiden Täter nun hinter Gittern“, sagte Gamble, der zugleich Vorsitzender eines internationalen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Kindesmissbrauchs im Internet ist. „Die Täter verstehen es immer besser, sich im Internet zu tarnen, jedoch nutzen auch wir immer besserer Technologien, um sie aufzuspüren.“