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Ozeane Erheblicher Planktonrückgang in nördlichen Ozeanen

08.08.2002 ·  Die Planktonverteilung auf der Erde ändert sich - ein Hinweis auf einen Klimawandel?

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Den Fischen und Meerestieren in den nördlichen Ozeanen wird die Nahrung knapp, ihre Artgenossen am Äquator leben dagegen im Überfluss. Das ergab die Auswertung von Satellitendaten, berichtete das Goddard Space Flight Center der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag.

Während im Nordatlantik die Planktonmenge im Sommer zwischen den 80er Jahren und heute um 14 Prozent und im Nordpazifik sogar 30 Prozent abnahm, stieg die Planktonkonzentration im Indischen Ozean und dem äquatorialen Atlantik um etwa 50 Prozent. Da es in den nördlichen Meeren aber weit mehr Plankton gibt, fiel insgesamt die weltweite Planktonmenge.

Änderung des regionalen Klimas beeinflusst Plankton

Die Wissenschaftler Watson Gregg und Margarita Conkright, die die Satellitenmessungen aus den Zeiträumen von 1979 bis 1986 und 1997 bis 200 ausgewertet haben, haben zusätzlich einen Zusammenhang zwischen höheren Meerwassertemperaturen an der Oberfläche sowie Windgeschwindigkeiten und dem Plankton festgestellt. Damit könnte der Rückgang der winzigen Meerestiere mit einer kurzfristigen Änderung der Meeresströmungen zusammen hängen. Er könnte aber auch auf einen langfristigen Klimawandel hindeuten. "Das ist das erste Mal, dass wir zeigen können, dass die Meeresbiologie sich ändert, vielleicht als ein Ergebnis eines Klimawandels", sagt Gregg.

Die Daten erfassten die Forscher in der ersten Phase mit dem Nimbus-7-Satelliten, die zweite Messreihe steuerte OrbView-2 bei. Dabei handelte es sich um Messungen des Chlorophyll, des grünen Farbstoffs im Plankton, der in Pflanzen Kohlendioxyd in Sauerstoff umwandelt. Die Messungen verglichen die Wissenschaftler mit Messungen aus Bojen oder Forschungsschiffen, um Fehler zu reduzieren und die Daten vergleichbar zu machen.

Plankton wichtiges Glied in der Nahrungskette

Plankton sind frei treibende Wasserlebewesen, die als Lebensgrundlage für viele Meeresbewohner dienen. „Die ganze Nahrungsmittelkette der Gewässer hängt von der Gesundheit und der Produktivität des Planktons ab“, sagt Gregg.

Plankton geht es am besten, wenn die Sonne ausreichend scheint und Nährstoffe ausreichend aus den tieferen Schichten des Ozeans an die Oberfläche getrieben werden. Höhere Oberflächentemperaturen können diesen Transport unterbinden, weil das kältere Wasser nicht aufsteigt. Weniger Wind bedeutet weniger Wellen und durchmischt so die Wassermassen weniger - es gelangen weniger Nährstoffe in die für Plankton wichtigen Zonen.

Plankton "frisst" Treibhausgas Kohlendioxyd

Die Pflanzen sind auch deshalb wichtig, weil sie das Klimagas Kohlendioxyd in Sauerstoff umwandeln. Plankton wird die Hälfte des Transfers von Kohlendioxyd bei der Energiegewinnung durch Photosynthese aus der Atmosphäre zurück in die Biosphäre zugeschrieben. Da Kohlendioxyd ein Treibhausgas ist, könnte die geringere Planktonmenge einen möglichen Klimaeffekt weiter unterstützen.

Klicken Sie auf hier, um eine animierte Verteilung des Planktons in den Weltmeeren zu sehen: Die Verteilung von Chlorophyll auf der Erde (animiert).

Quelle: @cop
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