Home
http://www.faz.net/-gum-7756e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Veröffentlicht: 23.02.2013, 09:29 Uhr

Oscar-Verleihung 2013 Deutsches Gold für den Oscar

Wenn es an diesem Sonntag wieder heißt „...and the Oscar goes to...“, dann hat daran auch ein deutsches Unternehmen seinen Anteil. Denn die goldenen Umschläge kommen vom Tegernsee.

© MONICA ALMEIDA/The New York Time Feinstes Papier: Nicht nur der Preis ist einzigartig

Bei der 85. Oscar-Verleihung am Sonntag ist ein Gegenstand mindestens genauso wichtig, wie die kleine goldene Trophäe: der goldene Umschlag. Und weil bei einer Oscar-Verleihung nichts dem Zufall überlassen wird, ist dieser Umschlag nicht einfach ein Umschlag. Der Anspruch der Academy: Wie der Preis, so müssen auch der Umschlag und die Karte, auf der der Name des Preisträgers geschrieben steht, einzigartig sein.

Normales Goldpapier, sei es gelackt oder plastifiziert, tut es da nicht. Der amerikanische Designer Marc Friedland hat deshalb auf der ganzen Welt nach einem ganz besonderen Papier für die besonderen Umschläge gesucht. Fündig wurde er im oberbayerischen Gmund am Tegernsee. „Treasury“ heißt das in einem Bad aus Millionen feinster Goldpartikel veredelte Papier, das von der Büttenpapierfabrik in Handarbeit hergestellt wird, und aus dem nun schon zum zweiten Mal die Oscar-Umschläge gefertigt wurden.

Ritterschlag, aber kein großes Geschäft

„Das ist schon ein Ritterschlag. Ein großes Geschäft ist es aber nicht“, sagt Florian Kohler, der Inhaber der Büttenpapierfabrik. Mitte Februar hat er zweihundert Großbögen nach Amerika geschickt. Dort wurden die Umschläge gestanzt, geprägt und die Preiskategorien kalligrafiert. Am Sonntag wird die ganze Welt darauf starrem, bis endlich der Name des Preisträgers verkündet wird.

Wie Florian Kohler sich erklärt, dass sein Papier auf der Watchlist von gleich drei der bekanntesten amerikanischen Trendscouts steht? „In Amerika kennt man Papier in der Art, wie wir es fertigen, fast nicht mehr“, sagt Kohler. Aber hochwertiges Papier schlage die virtuelle Welt auch noch in tausend Jahren, ist er überzeugt.

Exklusiv für die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences ist das Papier aus Gmund aber nicht: Yahoo-Chefin Marissa Mayer wählte „Treasury“ für ihre Hochzeitseinladungen, Microsoft verwendete es für einen Katalog. Neben dem Oscar werden auch andere Filmpreise mit Papier vom Tegernsee aufgewertet: Die Goldene Kamera hat ein schlichtes Papier aus der Kollektion gewählt, die Internationalen Filmfestspiele von Cannes einen flauschigen Baumwollkarton.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Filmkritik Brooklyn Jenseits von Enniscorthy

Rührung tut gut: Der Film Brooklyn nach Colm Tóibín folgt einer jungen Irin nach New York. Es sind die fünfziger Jahre, und die Stadt meint es gut mit ihr. Mehr Von Lena Bopp

25.01.2016, 11:53 Uhr | Feuilleton
Oscar-Verleihung Roter Teppich und heilige Umschläge

In der Nacht von Sonntag auf Montag ist es soweit. Dann heißt es wieder: "And the Oscar goes to... " Mehr

04.02.2016, 16:06 Uhr | Feuilleton
Goldene Kamera in Hamburg Schaulaufen auf rotem Teppich

Die Queen Helen Mirren leuchtet in königlichem Rot, Julianne Moore entschuldigt sich für ihr schlechtes Deutsch und Gerard Butler tut so, als würde er in Mikrofone beißen. Mehr

06.02.2016, 22:28 Uhr | Gesellschaft
Rassismusvorwürfe Auch Will Smith will die Oscars boykottieren

Auch Schauspieler Will Smith will die Verleihung der Academy Awards boykottieren. Anfang der Woche hatten bereits Regisseur Spike Lee und Smiths Ehefrau Jada Pinkett Smith ihre Teilnahme an den Oscars abgesagt. Mehr

22.01.2016, 08:51 Uhr | Gesellschaft
Eintracht Frankfurt Kinsombis starke Konkurrenten

Für den Deutsch- Kongolesen endet die Zeit bei der Eintracht. Er wechselt zum Karlsruher SC, der ihn nach Magdeburg verleiht. Für das Spiel gegen Augsburg drängt Fabián in die Startelf. Mehr Von Ralf Weitbrecht, Frankfurt

28.01.2016, 07:32 Uhr | Rhein-Main

Dunja Hayali „Wir Journalisten machen Fehler – aber deshalb sind wir noch keine Lügner“

Moderatorin Dunja Hayali hält bei der Verleihung der Goldenen Kamera eine weithin beachtete Rede gegen den Hass, Moritz Bleibtreu erklärt Eitelkeit zum größten Feind der Schauspieler, die britische Band Coldplay hat Wissenslücken – der Smalltalk. Mehr 21



Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden