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Oscar-Verleihung 2013 Deutsches Gold für den Oscar

Wenn es an diesem Sonntag wieder heißt „...and the Oscar goes to...“, dann hat daran auch ein deutsches Unternehmen seinen Anteil. Denn die goldenen Umschläge kommen vom Tegernsee.

© MONICA ALMEIDA/The New York Time Feinstes Papier: Nicht nur der Preis ist einzigartig

Bei der 85. Oscar-Verleihung am Sonntag ist ein Gegenstand mindestens genauso wichtig, wie die kleine goldene Trophäe: der goldene Umschlag. Und weil bei einer Oscar-Verleihung nichts dem Zufall überlassen wird, ist dieser Umschlag nicht einfach ein Umschlag. Der Anspruch der Academy: Wie der Preis, so müssen auch der Umschlag und die Karte, auf der der Name des Preisträgers geschrieben steht, einzigartig sein.

Normales Goldpapier, sei es gelackt oder plastifiziert, tut es da nicht. Der amerikanische Designer Marc Friedland hat deshalb auf der ganzen Welt nach einem ganz besonderen Papier für die besonderen Umschläge gesucht. Fündig wurde er im oberbayerischen Gmund am Tegernsee. „Treasury“ heißt das in einem Bad aus Millionen feinster Goldpartikel veredelte Papier, das von der Büttenpapierfabrik in Handarbeit hergestellt wird, und aus dem nun schon zum zweiten Mal die Oscar-Umschläge gefertigt wurden.

Ritterschlag, aber kein großes Geschäft

„Das ist schon ein Ritterschlag. Ein großes Geschäft ist es aber nicht“, sagt Florian Kohler, der Inhaber der Büttenpapierfabrik. Mitte Februar hat er zweihundert Großbögen nach Amerika geschickt. Dort wurden die Umschläge gestanzt, geprägt und die Preiskategorien kalligrafiert. Am Sonntag wird die ganze Welt darauf starrem, bis endlich der Name des Preisträgers verkündet wird.

Wie Florian Kohler sich erklärt, dass sein Papier auf der Watchlist von gleich drei der bekanntesten amerikanischen Trendscouts steht? „In Amerika kennt man Papier in der Art, wie wir es fertigen, fast nicht mehr“, sagt Kohler. Aber hochwertiges Papier schlage die virtuelle Welt auch noch in tausend Jahren, ist er überzeugt.

Exklusiv für die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences ist das Papier aus Gmund aber nicht: Yahoo-Chefin Marissa Mayer wählte „Treasury“ für ihre Hochzeitseinladungen, Microsoft verwendete es für einen Katalog. Neben dem Oscar werden auch andere Filmpreise mit Papier vom Tegernsee aufgewertet: Die Goldene Kamera hat ein schlichtes Papier aus der Kollektion gewählt, die Internationalen Filmfestspiele von Cannes einen flauschigen Baumwollkarton.

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Quelle: F.A.Z.

 
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