17.09.2005 · Oberbürgermeister Christian Ude hat das 172. Oktoberfest in München eröffnet. Die „Wiesn“ ist das größte Volksfest der Welt: In den 17 Tagen werden rund sechs Millionen Gäste erwartet, die etwa eine Milliarde Euro umsetzen werden.
Mit dem traditionellen Ruf „O'zapft is“ hat Münchens Oberbürgermeister Christian Ude am Samstagmittag das 172. Oktoberfest eröffnet.
Für den Anstich des ersten Fasses Festbier brauchte Ude zwei Schläge, damit einen weniger als im Vorjahr.
„Auf eine friedliche Wiesn“, prostete er anschließend den jubelnden Besuchern im Festzelt Schottenhammel zu. Die erste Maß Bier überreichte Ude traditionsgemäß dem Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Zuvor waren bei Nieselregen die Festwirte mit den Prachtgespannen der Münchener Brauereien durch die Innenstadt gezogen. Am Sonntag folgt dann der mehrstündige Trachten- und Schützenzug mit mehreren Tausend Aktiven. 17 Tage lang bis zum 3. Oktober dreht sich in München alles um das größte Volksfest der Welt. In diesem Jahr dauern das Volksfest einen Tag länger, da der Feiertag 3. Oktober auf den Montag fällt und ein zusätzlicher Wiesntag ist.
Bierpreise gestiegen
Die Organisatoren rechnen mit insgesamt sechs Millionen Besuchern aus aller Welt. 2004 zog das Oktoberfest 5,9 Millionen Besucher an. Diese verspeisten 89 Ochsen und tranken 5,5 Millionen Liter Bier. Wegen der kühlen Witterung im vergangenen Jahr wurden aber auch 3700 Liter Glühwein verkauft. Die Bierpreise zogen in diesem Jahr erneut an: Die Maß - ein Liter des Gerstensaftes - kostet in diesem Jahr je nach Zelt zwischen 6,80 und 7,25 Euro. Im vergangenen Jahr musste der Besucher lediglich 6,65 bis 7,10 Euro auf den Tisch legen.
Für die Sicherheit der Wiesn-Besucher wurden in diesem Jahr verschiedene neue Vorkehrungen wie zusätzliche Überwachungskameras eingerichtet. Zudem wurden die Rettungswege auf dem 31 Hektar großen Gelände ausgebaut. Neben den 14 Festzelten mit rund 100.000 Sitzplätzen warten auf die Fans des Oktoberfestes auch knapp 200 Schaustellergeschäfte wie Riesenrad, Schießbuden aber auch alte traditionelle Fahrgeschäfte wie die Krinoline, eine Art Karussell.
Umsatz: Rund eine Milliarde Euro
Der Ursprung des Oktoberfestes geht auf die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig - später König Ludwig I. - mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen im Jahr 1810 zurück. Die damaligen Feierlichkeiten, zu denen auch die Münchener Bürger eingeladen wurden, wurden schließlich zur Tradition. Der Festplatz, die Theresienwiese, trägt noch heute den Namen der Prinzessin. Bei den Münchenern heißt das Oktoberfest aber schlicht „Wiesn“.
Diese hat sich zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Faktor für die bayerische Landeshauptstadt und das Umland entwickelt. Rund eine Milliarde Euro setzen die Besucher um. Davon etwa die Hälfte auf der Wiesn selbst, der Rest auf Taxis, öffentliche Verkehrsmittel, Unterkunft und Verpflegung. 8000 fest angestellte Mitarbeiter und weitere 4000 Aushilfskräfte finden Arbeit.