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Nobelpreisverleihung El Baradei warnt Israel

10.12.2005 ·  Die Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo hat der neue Preisträger El Baradei dazu genutzt, Israel indirekt vor Angriffen auf iranische Atomanlagen zu warnen. Die übrigen Preisträger erhielten ihre Auszeichnungen in Stockholm.

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Die Nobelpreise sind am Samstag in Oslo und Stockholm überreicht worden. Der Direktor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohammed el Baradei, nahm in der norwegischen Hauptstadt den Friedensnobelpreis in Empfang. Vor der feierlichen Zeremonie warnte der 62 Jahre alte ägyptische Diplomat Israel indirekt vor Militärangriffen auf iranische Atomanlagen. Schwedens König Carl XVI. Gustaf überreichte in Stockholm die Nobelpreise für Literatur sowie die in vier wissenschaftlichen Sparten an elf Preisträger aus sechs Ländern.

In einem Interview der norwegischen Zeitung „Aftenposten“ sagte El Baradei: „Man kann ein Land nicht mit Gewalt an der Beschaffung von Atomwaffen hindern.“ Das norwegische Nobelkomitee hatte den Friedenspreis je zur Hälfte El Baradei und der in Wien ansässigen IAEO für ihren Beitrag zur Verhinderung der militärischen Anwendung von Atomkraft den Friedensnobelpreis zuerkannt.

Gratulation des Papstes

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gratulierte El Baradei zur Verleihung der Auszeichnung. „Ich bin überzeugt, daß diese Anerkennung auch den globalen Nichtverbreitungs- und Abrüstungsbemühungen neuen Schwung verleihen wird“, schrieb Steinmeier in einem Telegramm. Er versicherte, daß auch die neue Bundesregierung die IAEO in ihren „Bemühungen um eine sicherere Welt nach besten Kräften unterstützen“ werde.

Glückwünsche erhielt El Baradei auch von Papst Benedikt XVI. „Dem Dienst, den Sie für die internationale Gemeinschaft geleistet haben, gebührt die höchste Auszeichnung“, hieß es in einem am Samstag veröffentlichten Telegramm, das der Kirchenführer dem IAEO-Chef bereits am 3. November geschickt hatte.

Häsch erhielt Physik-Preis

Der britische Dramatiker Harold Pinter (75) konnte wegen seiner Krebserkrankung den ihm zuerkannten Literaturpreis nicht persönlich in Empfang nahmen. Aus Deutschland wurde der Münchner Wissenschaftler Theodor W. Hänsch (63) mit einem von drei Physikpreisen ausgezeichnet. Die Nobelpreise sind mit jeweils zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert.

Pinter ließ sich in Schwedens Hauptstadt von seinem Londoner Verleger Stephen Page vertreten. Er hatte drei Tage zuvor in seiner per Video aus London übermittelten Nobelvorlesung die Vereinigten Staaten extrem scharf kritisiert und unter anderem Präsident George W. Bush sowie den britischen Premierminister Tony Blair wegen des Irak-Krieges als „Massenmörder“ bezeichnet, die wegen ihrer Kriegsverbrechen vor den
Internationalen Strafgerichtshof gehörten.

Den Medizinpreis nahmen die beiden australischen Wissenschaftler Barry Mashall (54) und Robin Warren (68) für die bahnbrechende Entdeckung des Erregers von Magengeschwüren in Empfang. Den Nobelpreis für Physik teilt sich Hänsch, Direktor am Münchner Max-Planck-Institut für Quantenoptik, mit seinen amerikanischen Kollegen Roy J. Glauber (80) und John L. Hall (71) für grundlegende Beiträge zum Verständnis der Natur des Lichtes.

In der Sparte Chemie zeichnete die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie den Franzosen Yves Chauvin (75) sowie die amerikanischen Forscher Robert Grubbs (63) und Richard Schrock (60) für neue Wege zur Produktion von Plastik und Arzneien aus. Der Preis für Wirtschaftswissenschaften ging an den Amerikaner Thomas C. Schelling und den in Frankfurt/Main geborenen Robert J. Aumann (75), der die amerikanische und die israelische Staatsbürgerschaft hat.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP
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