08.10.2001 · Ein Amerikaner und zwei Briten erhalten in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin für ihre Forschungen über die Reproduktion von Zellen.
Der Amerikaner Leland Hartwell sowie die Briten Paul Nurse und Tim Hunt erhalten den Medizin-Nobelpreis 2001. Sie werden für ihre Forschung rund um den Zellzyklus ausgezeichnet.
Zellen sind die Bausteine aller Lebewesen von Hefepilzen, Pflanzen, Tieren und Menschen. Sie erneuern sich regelmäßig. Abhängig von ihrer Größe teilen sie dabei ihr Erbgut ihren Tochterzellen mit. Der Prozess, der diesen Vorgang regelt, ist der Zellzyklus.
Kontrolle des Zellzyklus
Mit dem Medizin-Nobelpreis ehrt die Nobel-Gesellschaft die Verdienste der Wissenschaftler um Erkenntnisse zur Steuerung des Zellzyklus. Hartwell, der am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle arbeitet, hat die Gene entdeckt, die den Zellzyklus kontrollieren. Nurse und Hunt, beide am Imperial Cancer Research Fund in London, identifizierten eine Schlüsselkomponente des Zellzyklus, die Cyclin-abhängige Kinase (CDK) sowie die Proteine, die die Funktion der CDK regeln.
Die Nobel-Gesellschaft begründete ihre Preisvergabe damit, dass „diese fundamentalen biologischen Entdeckungen eine große Bedeutung für alles haben, was das Wachstum der Zellen betrifft.“ Beispielsweise könnten die Ergebnisse für die Behandlung von Krebs von nutzen sein.
Verleihung am 10. Dezember
Nach der Nennung der Preisträger im Bereich Medizin, folgen am Dienstag die Preisträger für Physik, am Mittwoch für Chemie und Wirtschaft und am Donnerstag für Literatur. Der Friedensnobelpreisträger wird am Sonntag in Stockholm bekannt gegeben.
Offiziell werden die Preise am 10. Dezember verliehen, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. Alle Preise sind mit rund zwei Millionen Mark dotiert.