12.06.2004 · Ein erster großer Tag im Leben der Prinzessin Amalia. Die kleine Tochter des niederländischen Thronfolgerpaares ertrug die Taufzeremonie ohne einen Mucks.
In der mit 1000 Kinderzeichnungen und vielen Pfingstrosen geschmückten Großen Kirche von Den Haag ist am Samstag Prinzessin Amalia, das erste Kind des niederländischen Thronfolgerpaars, getauftworden. Vor 1200 Gästen verfolgte der sechs Monate alte Täufling die Zeremonie nach protestantischem Ritus mit großen Augen, gab aber keinen Ton von sich.
Zur Taufe hatten die Eltern Kinder aus allen Teilen des Landes eingeladen. Neben ihnen saßen Vertreter aus drei europäischen Fürstenhäusern, nationale Prominenz und Mitglieder der Königsfamilie in den Kirchenbänken. Lediglich der fast 93 Jahre alte Vater von Königin Beatrix, Prinz Bernhard, war abwesend.
Christophorus als Wegweiser
Als Wegweiser für Amalias Weg durchs Leben hatte Pastor Carel ter Linden in seiner Ansprache die Geschichte des Heiligen Christophorus gewählt. Die junge Prinzessin möge dem Schutzheiligen der Reisenden folgen, der nach der Legende Christus getragen habe, riet er. Dann werde auch sie erfahren, wie sie durch Christus getragen werde.
Konkreter klangen die anschließend vorgetragenen Wünsche der sechs Taufpatinnen und -paten, die von den Eltern bestellt worden waren. Optimismus, Selbstvertrauen und Freundschaft, Freude am Leben und an der Natur, Bescheidenheit zum Erkennen und Überwinden eigener Fehler, genug Kraft zur Überwindung von Problemen und Bereitschaft zur Hilfe für andere empfahlen sie als Bausteine für Amalias Lebensgestaltung.
Vier Taufpaten
Zu den Taufpaten gehörte die schwedische Kronprinzessin Victoria, mit der Amalia einen ihrer fünf Vornamen gemeinsam hat - neben Catharina, Beatrix und Carmen. Außerdem waren Willem-Alexanders Bruder Constantijn und Máximas Bruder Martin sowie je einer ihrer Trauzeugen von der Hochzeit im Februar 2002 ausgewählt worden, der künftigen Kronprinzessin zur Seite zu stehen. Auch einer der wichtigsten Berater des niederländischen Staatsoberhauptes zählte dazu, der Vizepräsident des Staatsrats, Tjeenk Willink.
Gelöste Feierlichkeit, farbenfrohe Kleidung und strahlende Gesichter waren in der Kirche Trumpf. Allen voran kam der stolze Vater, der sein Kind in die Kirche und anschließend wieder zum Auto trug, und mit ihm Prinzessin Máxima, die ihre Tochter über das Taufbecken hielt. Neben ihr streichelte gelegentlich Königin Beatrix über die braunen Haare ihres Enkelkindes. Das Glück von Großeltern leuchte auch aus den Augen von Máximas Eltern, die diesmal bei ihrer Tochter sein durften. Zur Hochzeit im Februar 2002 hatten sie wegen der Vergangenheit des Vaters in der argentinischen Militärjunta der achtziger Jahre nicht kommen dürfen. Aber die Taufe galt als Privatfest, und das genossen die Zorreguietas sichtlich.
Für die erwachsene Prominenz war anschließend im Königsschloß Noordeinde der Tisch gedeckt. Die jugendlichen Taufgäste, Chorsänger und Musiker vergnügten sich derweil königlich in der Den Haager Miniaturstadt Madurodam.