29.03.2005 · Das schwere Seebeben vom Ostermontag hat zwei kleine, bisher kaum beachtete Inseln in den Fokus gerückt: Naturparadiese abseits der Touristenpfade.
Die Insel Nias liegt 125 Kilometer vor der Westküste der indonesischen Insel Sumatra im Indischen Ozean. Mit rund 5000 Quadratkilometern ist die Insel knapp doppelt so groß wie das Saarland. Auf dem Eiland am Äquator leben 640.000 Menschen. Verwaltungszentrum und wichtigster Hafen ist Gunungsitoli an der Ostküste mit etwa 30.000 Einwohnern.
Die üppige Vegetation der Tropenwälder wird von Reisfeldern und Kokosplantagen unterbrochen. Auch Nelken, Muskat und Pflanzenöle werden gewonnen. Nias ist mit Fähre und Flugzeug zu erreichen, aber noch kaum für den Tourismus erschlossen. Als beliebtes Surfrevier gilt vor allem die Lagundri-Bucht im Süden.
Die meisten Einwohner sind heute Christen. Deutsche Missionare kamen 1865 nach Nias und gewannen einen Großteil der Bevölkerung für den Protestantismus. In der Folge wurde zwar die Kopfjägerei aufgegeben, viele Traditionen aus vorchristlicher Zeit blieben jedoch erhalten. An zahlreichen Orten der Insel lassen sich noch Zeugnisse der altindonesischen Megalithkultur finden.
Simeulue liegt 150 Kilometer vor Sumatra im Indischen Ozean. Die Insel ist mit 1800 Quadratkilometern doppelt so groß wie Rügen. Hauptstadt ist Sinabang im Südosten. Die meisten der 76.000 Einwohner sind Muslime. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von Landwirtschaft und Fischerei. Wichtigste Erzeugnisse sind Gewürznelken und Kokosnüsse.
Simeulue liegt nordwestlich von Nias, nur wenige Kilometer vom Epizentrum des Seebebens vom 26. Dezember entfernt. Es gab damals zwar gewaltige Sachschäden, aber nur wenige Tote. Die Menschen flohen rechtzeitig in die Berge, weil sie durch Erzählungen gewarnt waren: Als Simeulue 1907 von einem schweren Tsunami getroffen wurde, starben Tausende. Auch damals hatte sich das Meer zunächst zurückgezogen.
Simeulue gilt als Naturparadies. Die Insel hat eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt. Im Norden liegen Mangrovenwälder, das Landesinnere ist bewaldet. Entlang der Küste finden sich Korallenriffe und zahlreiche kleine Inseln. Simeulue liegt abseits der Pfade des Massentourismus. Nur einige Surfer haben bisher den Weg dorthin gefunden.