Eine englische Touristin ist beim Absturz eines Hubschraubers in den East River von New York ums Leben gekommen. Während ihre Familie aus dem Wasser gezogen werden konnte, versank die Frau mit dem Helikopter in der Tiefe. Ihr Körper konnte nach Fernseh-Berichten erst eine Stunde später von Tauchern aus dem Wrack geborgen werden.
Die Urlauberin war nach Manhattan gekommen, um ihren 40. Geburtstag zu feiern. Die Mutter und die Freundin der Frau wurden den Berichten nach lebensgefährlich verletzt, auch der Stiefvater des Opfers erlitt Verletzungen. Der Pilot verweigerte eine ärztliche Behandlung.
Sicherheitsbehörde schließt Motorschaden aus
Die Gruppe war am Dienstag kurz nach 15 Uhr Ortszeit (21 Uhr MESZ) in den Hubschrauber des befreundeten Piloten geklettert. Der Helikopter vom Typ Bell 206 hatte Probleme beim Aufstieg. Die Maschine stürzte gleich nach dem Start in den East River. An der Unglücksstelle ist das Wasser etwa 15 Meter tief.
Der private Hubschrauber startete in Sichtweite des UN-Hauptsitzes, von einem Heliport am Flussufer. Die Retter waren rasch zur Stelle und konnten mit Schlauchbooten vier der fünf Insassen aufnehmen. Entgegen ersten Vermutungen ist ein Motorschaden nicht die Ursache des tödlichen Hubschrauberabsturzes gewesen. Untersuchungen des Triebwerks hätten keine Anzeichen für eine Fehlfunktion ergeben, hieß es von der Transportsicherheitsbehörde NTSB. Der Pilot hatte in ersten Vernehmungen gesagt, dass offenbar etwas mit dem Motor der Bell 206 nicht gestimmt habe.
Ermittler prüfen Witterungsbedingungen
Der NTSB-Bericht bedeutet nicht automatisch, dass der Absturz auf einen Pilotenfehler zurückzuführen ist. Die Experten prüfen jetzt, ob plötzliche Winde etwas mit dem Unglück zu tun hatten. Möglich sind auch andere technische Ursachen, etwa ein Ausfall des Heckrotors. Der Pilot gilt als sehr erfahren.
In New York sind zahlreiche Hubschrauber von Polizei, Kamerateams oder als Lufttaxis unterwegs. Zudem hebt alle paar Minuten ein Helikopter an der Südspitze Manhattans oder in Midtown mit Touristen zu Rundflügen ab. Vor sechs Jahren stürzte schon einmal ein Hubschrauber des gleichen Typs in den East River, alle sieben Menschen an Bord wurden gerettet. Das galt auch für die acht Passagiere eines Unglücksfluges zwei Jahre später über dem Hudson River. Der schwerste Unfall geschah im August 2009, als ein Hubschrauber und ein Flugzeug zusammenstießen: Alle acht Menschen starben.