23.05.2012 · Schätzungsweise 400 000 Menschen werden täglich in Pflegeheimen an Bett und Rollstuhl gefesselt oder mit Bettgittern am Aufstehen gehindert. Einer Studie zweiter deutscher Universitäten zufolge sind viele Fälle davon vermeidbar.
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Das ist doch alles total unbezahlbar
Das Gejammere über die Zustände in den Pflegeheimen kann ich
nicht mehr hören. Als Arzt komme ich regelmäßig in
Pflegeheime und kenne die Zustände zur genüge- Sie sind nur zu
verbessern, wenn man mehr Personal einstellt, das die alten Menschen
pflegt. Von einer Beschäftigungsmassnahme wie singen, malen,
vorlesen spazierengehen will ich gar nicht reden. Wer das will soll
sagen was er bezahlen will und wer es machen soll. Die jungen Leute, die
das machen könnten, gibt es nämlich nicht- nirgens in Europa!
Deshalb wird es eher schlechter- sicher nicht besser.
Deutschland deine Pflegeheime...
Ich kann nur jedem empfehlen, daß er einmal mindestens einen Monat
in einem Pflegeheim arbeitet. Danach wird er allerdings vermutlich das
Problem haben, daß er das Schicksal Pflegeheim seinen Eltern (und
vor allem sich selbt) wenn irgend möglich ersparen will.
-
Ich habe es selbst erlebt: Da werden Menschen die durchaus noch
folgerichtigen Denkens mächtig sind kurzerhand für dement
erklärt oder Rollstühle in derartig großen
Zeitabständen gesäubert, daß man sich unwillkürlich
fragt ob das Personal seinen Geruchssinn an der Garderobe abgibt
(abgesehen von den Menschen die auf einem solchen Gefährt zu sitzen kommen).
-
Dabei dürfte das Personal häufig selbst unter der Situation
leiden. Aus Schilderungen betroffenen Personals läßt sich
entnehmen, daß all zu oft nach der indirekten Vorgabe "Satt,
sauber, trocken!" gehandelt wird bzw. werden muß.
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Die Würde des Menschen ist unantastbar? Leider nicht überall
in Deutschland.
Die Hauptursache liegt in der Personalbemessung m.E.
Das Bettgitter ggf nur die Fallhöhe steigern ist ja nichts neues.
Die Matratze auf dem Boden ist auch keine neue Idee, ist aber ggf wegen
der Wirbelsäulenbelastung für die Mitarbeiter unbeliebt und
stößt bei Angehörigen auf Verwunderung. Zugegeben hier
hilft Aufkärung.
Die guten Ideen ändern aber an der Pesonal(mangel)situation nichts.
Ich befürchte das die Situation noch schlechter wird. Ich sehe die
Gefahr das zunehmend Mitarbeiter mit akad. Ausbildung Krankenhäuser
und Pflegeheime bevölkern UND gleichzeitig geringqualifizierte
Mitarbeiter eingestellt werden. Die Diplompflegewirte und andere gehen
in die Leitung, der "Kunde" wird von der Person mit der
einjährigen Ausbildung versorgt. Die bisherigen Mitarbeiter mit
mindest. 3-Jähriger Ausbildung(ohne Zusatzqualifikation) werden
vermutlich weniger werden. Der Durchschnitt der Qualifikation wird m.E.
künftig eher sinken.
Ich denke auch das "die Pflege" als Berufsstand bei Verdi zu
kurz kommt und das dies Teil des Problems ist.