Von Ulrich Hottelet
Weniger optimistisch als beim Electronic Commerce Forum ist man beim Chaos Computer Club (CCC). Sprecher Müller-Maguhn: „Das DE-CIX verfügt über wichtige Transatlantik-Verbindungen. Wenn die stundenlang ausfallen, kommt es zu Beeinträchtigungen für anspruchsvolle Internet-Nutzungen.“ Der Vorfall mit dem Baubagger habe durchaus zu spürbaren Auswirkungen geführt.
Das DE-CIX sei als Konzentrationspunkt der Internet-Verbindungen in Deutschland ein attraktives Ziel für mutwillige Angriffe. Wenn mehrere dieser zentralen Knotenpunkte ausgeschaltet würden durch eine terroristische Attacke, könnte das Internet zumindest eine Zeit lang in mehrere Teile zerfallen, wie in der Studie behauptet.
„Ganz schön schlecht für das Internet“
„Wenn auf das DE-CIX eine Bombe fällt, ist das ganz schön schlecht für das Internet“, meinte der CCC-Sprecher flapsig. „Allerdings“, so schränkte er ein, „ist ein physikalischer Angriff auf diese Punkte weitaus schwieriger und aufwendiger als ein normaler Cracker-Angriff mit Programmen.
Da muss man genaue Kenntnisse der Firewalls (Rechner, die lokale Netzwerke vor unbefugten Zugriffen schützen) haben. Insofern ist es fraglich, wer bei einem solchen Aufwand Interesse daran haben könnte, die Knotenpunkte eine Zeit lang auszuschalten.“