27.12.2004 · Das schwere Erdbeben vor Sumatra und die folgenden Flutwellen haben an der knapp 5.000 Kilometer entfernten afrikanischen Ostküste Opfer gefordert. Am schwersten betroffen war Somalia, wo mehr als 100 Fischer vermißt werden.
Das schwere Erdbeben vor Sumatra und der folgende Tsunami haben selbst an der knapp 5.000 Kilometer vom Epizentrum entfernten afrikanischen Ostküste Opfer gefordert. Am schwersten betroffen war Somalia, wo alleine in der autonomen Region Puntland im Nordosten mehr als 100 Fischer vermißt werden.
"Sie sind Sonntag morgen wie immer hinausgefahren und seither nicht zurückgekehrt", sagte ein Sprecher des somalischen Präsidenten Abdullahi Yussuf Ahmed. Die Küste Puntlands bildet mit dem Golf von Aden das eigentliche "Horn von Afrika", das den Übergang von Rotem Meer zu Indischem Ozean markiert. 800 Kilometer weiter südlich, in El-Maan, dem Behelfshafen für die Hauptstadt Mogadischu, seien neun Menschen ertrunken, hieß es. Was sich zwischen diesen beiden Punkten - Puntland und Mogadischu - abgespielt hat, ist unbekannt, da es so gut wie keine Kommunikationsmöglichkeit mit den isolierten Küstenorten gibt.
Auch Seychellen und Kenia betroffen
In Kenia ertrank nach offiziellen Angaben ein Schwimmer vor der Küste von Malindi. Die kenianischen Behörden hatten nach eigenen Angaben zwar am Sonntag die Evakuierung der Touristenstrände von Mombasa angeordnet. Urlauber in den unmittelbar angrenzenden Badeorten Watamu und Malindi sagten indes, sie hätten den Tag über am Strand verbracht und von einer Räumung weder etwas gesehen noch gehört. Das Meer vor Watamu, so ein britischer Tourist gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, habe "ein bißchen verrückt gespielt" mit Ebbe und Flut, die sich im Zehn-Minuten-Rhythmus abgewechselt hätten. Gleichwohl habe er die Situation nicht als bedrohlich empfunden.
Die Seychellen-Inseln, rund 4000 Kilometer von Sumatra entfernt, waren am Sonntag von einem rund zwei Meter hohen Tsunami getroffen worden, der strandnahe Wohnviertel der Hauptstadt Victoria überschwemmte und die Stromversorgung unterbrach. Entgegen ersten Meldungen, die von neun vermißten Personen sprachen, sei aber niemand ums Leben gekommen.
Auf der französischen Insel La Réunion, 5500 Kilometer vom Epizentrum entfernt, wurde der berühmte Strand von Cap Malheureux für drei Stunden komplett unter Wasser gesetzt. Aus Madagaskar und von den Comoren-Inseln lagen keine Meldungen über Tsunami-Schäden vor.