Home
http://www.faz.net/-gum-42wy
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Naturkatastrophe Mindestens 29 Tote bei Erdbeben in Mexiko

 ·  Die Erdkruste in Mittelamerika rumort. Nach den leichteren Beben in Guatemala und El Salvador erschütterte am Mittwoch ein schwerer Erdstoß Mexiko.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Bei einem starken Erdbeben sind im Westen Mexikos am Dienstagabend (Ortszeit) mindestens 29 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden. In dem am meisten betroffenen Bundesstaat Colima im Westen des Landes wurden außerdem Fernsehberichten wurden allein 26 Menschen getötet, etliche verletzt und Dutzende Häuser zerstört.

Selbst im rund 500 Kilometer entfernten Mexiko-Stadt waren die Erdstöße rund 50 Sekunden lang so stark zu spüren, dass viele Menschen in Panik auf die Straße rannten. der Schaden war am Mittwoch auch Stunden nach dem Beben noch nicht abzusehen. Am Mittwochmittag (Ortszeit) sorgte ein heftiges Nachbeben der Stärke 5,8 auf der Richterskala für neue Panik in der Region.

Das Beben der Stärke 7,8 auf der Richterskala war eines der stärksten der vergangenen Jahre in dem häufig von Erdbeben betroffenen Land. Das Epizentrum lag vor der Küste Colimas im Pazifik. In westliche Bundesstaat Jalsico wurden in den Vororten der rund 150 Kilometer nördlich von Colima gelegenen Großstadt Guadalajara zwei Menschen getötet. Das Beben ereignete sich am Dienstagabend um 20.07 Uhr Ortszeit (Mittwoch, 03.07 Uhr MEZ).

Notstand ausgerufen

Allein in Colima wurden zunächst 21 Tote gemeldet, wie das Rote Kreuz mitteilte. Die dortigen Behörden riefen den Notstand aus. Vor öffentlichen Telefonen in Mexiko-Stadt bildeten sich Schlangen besorgter Menschen, die ihre Verwandten erreichen wollten. Da der Einsturz von Gebäuden befürchtet worden war, evakuierten die Behörden viele Hotels und öffentliche Einrichtungen. In ganzen Vierteln fiel das Licht aus. In einer Anzahl von Gebäuden wurden am Mittwochmorgen Risse festgestellt. „Ich habe es sehr stark gespürt, und ich sah all die Leute weglaufen, voller Angst“, sagte der 46-jährige Victor Morales, der im Stadtteil Condesa lebt. „Ich blieb ruhig, weil ich auf Gott vertraue“, fügte er hinzu.

24 Stunden vor diesem Beben hatte ein Erdbeben Guatemala und El Salvador erschüttert, ohne Schäden zu verursachen. Im September 1985 hatte ein Erdbeben der Stärke 8,1 in Mexiko-Stadt rund 10.000 Menschenleben gefordert. Im Staat Colima kamen im Oktober 1995 bei einem Erdbeben der Stärke 7,5 fast 50 Menschen ums Leben, als in der Hafenstadt Manzanillo ein Hotel einstürzte.

Mit mehr Beben muss gerechnet werden

Nach Expertenansicht ist das Beben von Mexiko nicht die unmittelbare Folge der schweren Erdstöße vom Vortag. „In Mexiko hätte es auf jeden Fall gebebt, da sich in dieser Region schon zuvor starke mechanische Spannungen aufgebaut haben müssen“, sagte der Leiter der Abteilung Erdbebengeologie der Universität Köln, Klaus-Günter Hinzen. Auch künftig müsse in der Region mit Beben gerechnet werden.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen