25.08.2007 · Abermals brennen auf den Peleponnes in Griechenland die Wälder. Mindestens 41 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Journalisten berichten von „verkohlten Leichen, die auf den Straßen herumliegen“. Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis spricht von einer „nationalen Tragödie“.
Die Zahl der Toten im griechischen Waldbrand-Inferno ist am Samstag auf 41 gestiegen. Die meisten Opfer - mindestens 30 - waren auf dem westlichen Peloponnes bei der Ortschaft Zaharo zu beklagen, wie die Feuerwehr mitteilte. Bei brütender Hitze wüteten die Feuer im Süden des Landes den zweiten Tag in Folge unkontrolliert weiter. Windböen fachten die Flammen immer wieder an. Die Polizei vermutete in einigen Fällen Brandstiftung.
Feuerwehrtrupps durchsuchten am Morgen ausgebrannte Häuser in den Dörfern um Zaharo. In dem Dorf Makistos wurden zehn Leichname gefunden, unter ihnen vermutlich eine Mutter mit ihren vier Kindern. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch weiter steigt, wenn die Feuerwehrtrupps in der Nacht von den Flammen eingeschlossene Dörfer erreichen.
Entsetzliche Tragödie
Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis sprach am Freitagabend von einer „entsetzlichen Tragödie“. Der Vorsitzende der oppositionellen Sozialisten, Georgios Papandreou, sprach von „Szenen biblischer Zerstörung“. Die Regierung ersuchte die EU um jede erdenkliche Hilfe. Die Zeitung „Ta Nea“ erschien mit der Schlagzeile: „Feuer-Albtraum ohne Ende.“ Nach Einbruch der Dunkelheit brachen mindestens 25 neue Feuer aus, die Zahl der Brände stieg damit nach Angaben eines Feuerwehrsprechers landesweit auf 170. Die Behörden prüften, ob in einigen Fällen Brandstiftung vorlag. Heißer Wind mit Sturmböen verhinderte zuweilen den Einsatz von Löschflugzeugen. Der starke Wind sollte nach Vorhersagen von Meteorologen bis zum Samstagabend anhalten.
Auch in einem Park in der Hauptstadt Athen brach in der Nacht ein großes Feuer aus. Betroffen war das wohlhabende Viertel Filothei, einige Kilometer nördlich der Innenstadt. Zehn bis zwölf Löschzüge brachten die Flammen innerhalb von zwei Stunden unter Kontrolle. Auch dort vermutete die Polizei Brandstiftung.
In Bergdörfern auf dem westlichen Peloponnes waren in der Nähe der Ortschaft Zaharo hunderte Menschen von den Flammen eingeschlossen. Allein in der Gegend kamen neun Menschen ums Leben, nachdem ein Auto mit einem Löschwagen der Feuerwehr zusammengestoßen war und einen Stau verursachte, während Bewohner aus dem Gebiet flüchten wollten. Am Morgen waren die rauchenden Trümmer des umgestürzten Löschwagens im Straßengraben zu sehen, die verkohlten Wracks mehrerer Autos und eines Motorrads lagen auf der Straße verteilt.
„Es wird nichts übrig bleiben“
Ein Brand auf der Insel Evia nördlich von Athen breitete sich über Nacht aus. Die Behörden riefen in der Region den Notstand aus, wie die Bürgermeisterin der Ortschaft Styra, Sofia Moutsou, sagte. „Wenn wir es jetzt nicht stoppen, wird nichts übrig bleiben“, sagte sie im Rundfunksender Antenna.
Dutzende Häuser gingen landesweit in Flammen auf. Feuer wüteten von den Ionischen Inseln im Westen über Ioannina im Nordwesten bis zum Peloponnes im Süden. Bei Fernsehsendern gingen verzweifelte Anrufe von Bewohnern und Gemeindevertretern ein.
Fußballspiele abgesagt
Wegen der verheerenden Waldbrände hat der griechische Fußballverband (HFF) am Samstag beschlossen, den ersten Spieltag der neuen Meisterschaft der griechischen Superliga abzusagen.
„Angesichts dieser dramatischen Ereignisse können wir keinen Fußball spielen“, hieß es in einer Erklärung des Fußballverbandes.