14.09.2007 · Vor zwei Jahren verließ Natascha die Universität mit dem Jura-Examen in der Tasche. Die fast Vierundzwanzigjährige wäre gerne Strafverteidigerin geworden, doch jetzt hilft sie im Präventionscenter von Tomsk.
Natascha hat Jura studiert. Vor zwei Jahren verließ sie die Universität mit dem Examen in der Tasche. Die fast Vierundzwanzigjährige wäre gerne Strafverteidigerin geworden. „Frauen werden so oft von ihren Männern geschlagen“, sagt Natascha, die selbst verheiratet ist. Natürlich hätten die Übergriffe auch mit Alkohol zu tun. Schon seit 2004 arbeitet sie ehrenamtlich für das Präventionscenter von „Nascha Klinika“.
Wenn sie nachts die Prostituierten auf dem Straßenstrich besucht, trägt sie ein T-Shirt, auf dem steht: „Choose Life – Tomsk Anti Aids“. Es gehe ums Weiterleben, auch wenn Frauen als Prostituierte arbeiten müssten und dafür diskriminiert würden. „Ich verurteile das nicht“, sagt Natascha. Sie leitet inzwischen das Streetworker-Projekt und fährt doch fast immer nachts mit raus, um Kondome zu verteilen. „Das kann einen ziemlich fertigmachen“, sagt sie. Und dann? „Dann brauche ich selbst manchmal ein Glas Wodka.“