Home
http://www.faz.net/-gum-pmjj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nashorn Auch Wildtiere tauchen plötzlich in Krokodilfarmen auf

14.10.2004 ·  Die Zahl der einst stark gefährdeten Spitzkrokodile hat auf Kuba wieder stark zugenommen. Allerdings wird nicht akribisch zwischen wildlebenden und Zucht-Tieren unterschieden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Kuba hat eine Erfolgsgeschichte zu vermelden: Die Zahl der einstmals stark gefährdeten Spitzkrokodile hat auf der Insel wieder zugenommen - meist aber durch Zucht in sogenannten Ranching-Programmen. Trotzdem schien es an der Zeit zu sein, Kubas Antrag zu befürworten und die Spitzkrokodilpopulation von Anhang I in den Anhang II herabzustufen. Nunmehr kann Kuba wieder eine jährliche Quote festlegen und mit Krokodilleder handeln.

Wie viele Tiere getötet werden, liegt in der Verantwortung des Inselstaats, der bewiesen hat, daß er sich für die Reptilien einsetzen will. Auch Namibia beantragte erfolgreich den Transfer seiner Nilkrokodilpopulation von Anhang I in den Anhang II, das südafrikanische Land darf nun ebenfalls wieder mit den Tieren handeln. Sambia hingegen wollte, daß die landeseigenen Nilkrokodile zwar im Anhang II verbleiben, allerdings ergänzt durch eine Exportquote von 300 Wildtieren (geplant waren 548). Ranching-Exemplare wie im Falle Kubas sind von dieser Quote ausgeschlossen. Der Antrag wurde trotz warnender Stimmen angenommen.

Der WWF befürchtet, die sambische Quote könnte die Art bedrohen, weil zu wenig Informationen über den Bestand vorliegen. Auch Kuba habe bislang zu wenig zwischen Wild- und Zuchttieren unterschieden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2004, Nr. 241 / Seite 9
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen