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Nach Vergiftungsserie Tschechische Republik lockert Schnapsverbot

 ·  In der Tschechischen Republik sind inzwischen 23 Menschen an Vergiftungen durch gepanschten Alkohol gestorben. Trotzdem will die Regierung nun das Verkaufsverbot für Spirituosen wieder lockern - und ein neues Siegel zum Schutz der Verbraucher einführen.

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© dpa Wegen des Verkaufsverbots mussten die Händler wie hier in Prag das Schnaps-Regal abhängen

Die tschechische Regierung lockert das Verbot für hochprozentigen Alkohol, obwohl sich weiter Menschen mit gepanschtem Schnaps vergiften. Bis Ende nächster Woche wird das Verkaufsverbot teilweise aufgehoben, beschloss die Regierung in Prag in der Nacht auf Donnerstag. Das Verbot war wegen der Vergiftungsserie mit inzwischen 23 Toten verhängt worden. Ein neues Siegel soll nun die Sicherheit der Verbraucher garantieren. Ministerpräsident Petr Necas sprach von einem wichtigen Signal.

Das rote Siegel soll unter strengen Auflagen vergeben werden. „Jeder Charge wird ein Protokoll eines staatlich anerkannten Labors beigefügt, das eine Stichprobe auf Methanol-Gehalt und giftige Rückstände geprüft hat“, erläuterte Necas. Das Siegel soll zunächst nur für neue Fabrikware vergeben werden.

Die Vergiftungsserie mit methanolhaltigem Alkohol reißt unterdessen nicht ab. Am Donnerstag meldete ein Krankenhaus in Ostrava (Ostrau) laut der Agentur CTK die Aufnahme eines 53 Jahre alten Mannes.

Die Schnapsindustrie klagt über enorme Einbußen. Der Hersteller des klassischen Kräuterlikörs Becherovka aus Karlovy Vary (Karlsbad) stoppte die Produktion und schickte seine Mitarbeiter für diese Woche nach Hause, wie das Unternehmen mitteilte.

Unklar ist, ob das Prüfsiegel der Regierung die Ängste in den Nachbarländern beruhigen kann. Prager Zeitungen berichteten am Donnerstag, Mitglieder der EU-Kommission hätten Tschechien empfohlen, die Ausfuhr von hochprozentigen Alkoholgetränken freiwillig zu stoppen.

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