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Nach Skelettfund : Richard III. mit neuem Gesicht

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In Shakespeares gleichnamigen Drama ist er ein blutrünstiger Herrscher. Sein neues Gesicht soll nun helfen, dieses Bild zu korrigieren Bild: ap

Nach der Ausgrabung des Schädels des Königs entsteht ein neues Bild von Richard III. Die Rekonstruktion seines Gesichtes soll bei einer historischen Neubewertung helfen.

          Schmale Lippen, leuchtende Augen, volle Wangen: Mehr als fünf Jahrhunderte nach dem Tod Richards III. haben Wissenschaftler das Gesicht des englischen Königs nachgebildet. In London wurde am Dienstag ein dreidimensionales Modell präsentiert, das auf der Grundlage des jüngst in Leicester ausgegrabenen Schädels des Monarchen angefertigt wurde. Die Rekonstruktion wurde von Caroline Wilkinson von der Universität Dundee in Schottland geleitet. Die Richard-III.-Gesellschaft finanzierte das Vorhaben und erhofft sich von der Rekonstruktion des Gesichts eine historische Neubewertung des Königs, der England von 1483 bis 1485 regiert hatte. Sie könnte unter Umständen dazu beitragen, das Bild Richards III. als Bösewicht zu korrigieren, das vor allem William Shakespeare zu verantworten hat: Er hatte den König in seinem gleichnamigen Drama als blutrünstigen Herrscher dargestellt.

          Eine DNA-Probe bewies, dass es sich um den Schädel Richard III handelte

          „Ich glaube, die Leute werden es mögen. Es ist ein Mann, der gelebt hat“, sagte Phil Stone von der Richard-III.-Gesellschaft. Am Montag hatte die Universität Leicester bekanntgegeben, dass es sich bei dem Skelett, das im Herbst unter einem Parkplatz der Stadt gefunden worden war und das Hellebarden- und Schwertverletzungen aufwies, um die jahrhundertelang verschollenen Überreste des Königs handelt. Der soll nach seinem Tod in der Schlacht von Bosworth aus Gründen der Demütigung nackt auf einem Pferd nach Leicester gebracht worden sein. Historiker vermuten, dass er in einer Franziskaner-Kirche bestattet wurde, die im 16.Jahrhundert zerstört wurde. Der nachgebildete Kopf soll das herausragende Objekt in dem Museum werden, das die Stadt Leicester an der Fundstelle des Skeletts plant. Forscher widmen sich schon neuen Fragen: Hatte der König wie bisher vermutet einen nordenglischen Akzent? Oder doch die Sprachfärbung der West Midlands?

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