Nach dem Wirbelsturm „Sandy“ sind nach wie vor sechs Millionen Amerikaner ohne Strom. Allein vier Millionen davon lebten in den Staaten New York und New Jersey, teilte das Energieministerium in Washington am Mittwoch (Ortszeit) mit. Auch sonst kämpfen die Menschen mit den Folgen des Unwetters: In New York musste ein weiteres Krankenhaus evakuiert werden.
Präsident Barack Obama versprach den Betroffenen rasche Hilfe. „Wir werden keine Bürokratie tolerieren“, sagte er bei einem Kurzbesuch im Bundesstaat New Jersey am Mittwoch. „Das ganz Land hat zugesehen. Jeder weiß, wie hart es Jersey getroffen hat.“ Allerdings mahnte Obama auch zur Geduld. Die durch den Sturm verursachten Probleme ließen sich nicht „über Nacht“ lösen.
Am wichtigsten sei es, zunächst die Stromversorgung wiederherzustellen. „Wir sind für euch hier. Wir werden nicht vergessen“, sagte Obama. Der Präsident verschaffte sich einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen. Außerdem sprach er mit Betroffenen. Sein Besuch dauerte gut dreieinhalb Stunden.
Obama befindet sich mitten im Kampf um seine Wiederwahl. Wegen des Sturms hatte er jedoch mehrere Termine abgesagt, um sich auf seine Rolle als Krisenmanager zu konzentrieren. An der Seite des republikanischen Gouverneurs von New Jersey, Chris Christie, tourte er am Mittwoch durch den Bundesstaat. Vom Hubschrauber aus bot sich ein Bild der Zerstörung. Weite Landstriche waren überschwemmt, Häuser niedergebrannt.
Es ist unklar, welche Folgen der Sturm für die Wahl am Dienstag haben wird. Manche Kommentatoren sehen für Obama eine Chance, sich als Krisenmanager zu profilieren und so einige Wählerstimmen zu gewinnen. Das könnte unter Umständen ein Zünglein an der Waage sein, denn Umfragen zufolge liegen Obama und sein Herausforderer Mitt Romney weniger als eine Woche vor der Abstimmung nahezu gleichauf.
„Ich zögere damit, politische Berechnungen über die Auswirkung eines Ereignisses zu machen, das 50 Menschen das Leben gekostet hat und den Verlust von Eigentum im Wert von 50 Milliarden Dollar verursachte“, sagte Obamas Wahlkampfberater David Axelrod. Am Donnerstag wollte Obama in den Wahlkampf offiziell wieder eingreifen.
Romney absolvierte seinen ersten Auftritt am Mittwoch im hart umkämpften Bundesstaat Florida. Er hielt sich dabei allerdings mit seinen sonst üblichen Angriffen auf Obama vergleichsweise zurück. „Einer der Gründe, warum wir einen positiven Ton heute anschlagen, ist, dass immer noch einige Leute mit den Folgen des Sturms zu tun haben“, sagte Romney-Berater Kevin Madden.
Nach den Durchzug von „Sandy“ am Montag und Dienstag waren zunächst rund acht Millionen Amerikaner ohne Strom gewesen. Die rund 500 Patienten des Bellevue Krankenhauses nahe dem East River in Manhattan mussten am Mittwoch ebenfalls wegen Problemen bei der Versorgung in Sicherheit gebracht worden. Das Hospital habe nach dem Sturm zunächst mit Notstrom-Generatoren funktioniert, dann seien aber auch diese ausgefallen, hieß es.
Die drei Kernkraftwerke in den Unwettergebieten, die im Zuge von „Sandy“ vom Netz genommen wurden, bleiben weiter außer Betrieb. Lediglich der Reaktor Indian Point im Staat New York solle in den nächsten Tagen wieder ans Netz gehen, gab ein Sprecher der Atomaufsichtsbehörde NRC in Pennsylvania, Neil Sheehan, bekannt. Sheehan betonte, es gebe keinerlei Ähnlichkeiten mit dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima. „Diese Reaktoren, die abgeschaltet worden waren, hätten keinerlei Komplikationen aufgewiesen.“
Aus einer Raffinerie in New Jersey liefen mehr als eine Million Liter Diesel ins Meer. Wie der Fernsehsender CNN am Donnerstag berichtete, wurde durch das Unwetter ein Tank aufgerissen. Demnach waren rund hundert Arbeiter unter Aufsicht der Küstenwache im Einsatz, um das ausgelaufene Öl zu beseitigen.
Auch der dritte Flughafen von New York, La Guardia, solle an diesem Donnerstag wieder seine Arbeit aufnehmen. Zuvor waren die Airports John F. Kennedy und Newark zumindest teilweise wieder geöffnet worden. In New York fuhren am Mittwoch wieder Busse. Auch die so wichtige U-Bahn in New York sollte am Donnerstag wieder fahren - zumindest ein paar Züge.
Soweit ich das mitbekommen habe,
Hans Schmidt (eldorim)
- 01.11.2012, 14:40 Uhr
Der Gewinner der anstehenden Wahl heißt Barack Obama...
Hubert Appenrodt (HubertAppenrodt)
- 01.11.2012, 14:39 Uhr
Obama versprach auch...
Lothar Troeller (Lo.Troeller)
- 01.11.2012, 14:19 Uhr
Entwicklungsland die 2.
Heinz Kunz (omgakawtf)
- 01.11.2012, 10:18 Uhr
Wie wäre es endlich einmal mit unkomplizierter Vorsorge?
Frank Wunderlich-Pfeiffer (zoelpf)
- 01.11.2012, 10:14 Uhr