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Nach Explosion in Chemiepark : Arbeiter für tot erklärt

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Eine riesige Rauchwolke stand über dem Chemiepark Bild: dpa

Eine gewaltige Explosion hat einen Chemiepark in Marl erschüttert. Ein Arbeiter wurde am Abend für tot erklärt, wegen der hohen Temperaturen am Unglücksort konnte er zunächst nicht geborgen werden.

          Nach dem Brand in einem Chemiepark in der Ruhrgebietsstadt Marl ist der letzte noch nicht geborgene Arbeiter für tot erklärt worden. Das sagte der Standortleiter des  Chemieparks, Klaus-Dieter Juszak, am Samstagabend, nachdem ein Notarzt den Arbeiter kurz in Augenschein nehmen konnte. Der Mann konnte wegen der hohen Temperaturen am Unglücksort aber noch nicht geborgen werden.

          Gegen 13.30 Uhr hörten Anwohner eine laute Explosion, wie Polizeisprecher Dietmar Laschinski sagte. Die Feuerwehr hatte die Flammen rasch im Griff. „Die Lage ist unter Kontrolle“, erklärte sein Kollege Franz. Wie es zu dem Unfall kam, war auch Stunden später unklar. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Infracor geschah die Explosion in einem der größten deutschen Chemieparks.

          Ein Verletzter wird ausgeflogen
          Ein Verletzter wird ausgeflogen : Bild: dpa

          Eine riesige dunkle Rauchwolke zog Richtung Süden - nach Polizeiangaben über die wichtige West-Ost-Verbindung A2 hinaus. Bis etwa 16.00 Uhr hatte sich die Rauchwolke laut Polizei aufgelöst.

          „Es hat zu keiner Zeit Gefahr für die Bevölkerung bestanden“, sagte Franz. Auch der Betreiber des Chemieparks Marl gab Entwarnung. Messungen innerhalb und außerhalb des Parks hätten keine nachweisbaren Mengen gesundheitsschädlicher Stoffe ergeben, sagte ein Infracor-Sprecher. Dennoch riet er den Anwohnern, zunächst Fenster und Türen geschlossen zu halten. „Eine beängstigend schwarze Wolke war das“, schrieb ein Anwohner im Internetauftritt der „Marler Zeitung“.

          Dem Infracor-Sprecher zufolge ereignete sich die Explosion in einer Anlage des Spezialchemiekonzerns Evonik. Es handele sich um eine Anlage zur Verarbeitung von CDT - einem Rohstoff, der zur Herstellung diverser Kunststoffe benötigt wird. Anscheinend ging ein Kessel hoch. Nach ersten Angaben waren fünf Löschzüge mit 100 Feuerwehrleuten im Einsatz.

          Luftbild des Chemieparks Marl aus dem Jahr 2009
          Luftbild des Chemieparks Marl aus dem Jahr 2009 : Bild: AFP

          NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) äußerte zum Abschluss eines SPD-Sonderparteitags in Düsseldorf ihr Mitgefühl für betroffene Angehörige: „Wir sind von hier aus in Gedanken bei den Familien, die da jetzt bangen.“

          Am Standort Marl sind laut Infracor 10 000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Gelände erstreckt sich über eine Fläche von 6,5 Quadratkilometern. „Die rund 100 Produktionsanlagen der hier ansässigen 30 Unternehmen stehen in einem engen stofflichen und energetischen Verbund und werden zum größten Teil rund um die Uhr betrieben“, heißt es im Infracor-Internetauftritt.

          Quelle: AFP

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