http://www.faz.net/-gum-76fdd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Best Ager - Für Senioren und Angehörige

Veröffentlicht: 09.02.2013, 17:25 Uhr

Nach dem Schneesturm Flugzeuge fliegen wieder an Amerikas Ostküste

Nach dem Schneesturm „Nemo“ in Amerika normalisiert sich die Lage. In Frankfurt sind wieder Flüge in Richtung der amerikanischen Ostküste gestartet.

© AFP Eine nach dem Sturm mit Schnee bedeckte Statue von George Washington in New York.

Nach mehreren Flugausfällen wegen des Schneesturms „Nemo“ in den Vereinigten Staaten sind am Samstag wieder Flugzeuge aus Frankfurt in Richtung Osten der Vereinigten Staaten gestartet. Sechs Flieger nach New York und Newark seien bis zum Nachmittag abgeflogen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Weitere waren geplant. Mehrere Maschinen hätten jedoch erst mit Verspätung abheben können. Ein Flug nach Boston sei annulliert worden.

Acht Flugzeuge konnten am Freitag nicht nach New York, Newark und Boston starten. Am Samstag gab es neun Ausfälle am Frankfurter Flughafen. Von Samstagabend an sollte der Flugverkehr zwischen Frankfurt und der US-Ostküste nach Angaben des Fraport-Sprechers wieder wie geplant laufen. Flüge zu anderen US-amerikanischen Flughäfen seien von dem Wintersturm nicht betroffen. Die Ausfälle seien keine schwere Störung.

Fünf Staaten im Ausnahmezustand

In den Vereinigten Staaten wurden wegen „Nemo“ zuvor mehr als 5000 Flüge und alle Zugverbindungen gestrichen. Der Wintersturm legte mit starken Schneefällen und mächtige Windböen weite Teile der US-Ostküste lahm. Anhaltende Schneefälle und mächtige Windböen froren das öffentliche Leben ein. Mehr als 650.000 Haushalte und Betriebe waren nach Medienberichten am Samstag zeitweise ohne Strom und meist ohne Heizung. Rund 5300 Flüge und alle Zugverbindungen mussten gestrichen werden, Autobahnen und Innenstädte waren in einigen Landstrichen wie verwaist. Der Schnee türmte sich in einigen Gegenden von Connecticut
bis Samstagmorgen auf fast 90 Zentimeter. Teilweise erreichte der Sturm Geschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde, bevor er am Vormittag auf den Ozean hinauszog. Mindestens ein Todesopfer hat „Nemo“ gefordert.

Für fünf Nordost-Staaten riefen die Behörden den Ausnahmezustand aus, 5000 Nationalgardisten waren alarmiert, tausende Räumtrupps rückten aus. Sturm und Stromausfälle trafen auch Gebiete, die bereits vor drei Monaten vom Hurrikan „Sandy“ teilweise verwüstet worden waren. Damals waren mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Hunderttausende waren wochenlang ohne Strom. Der Blizzard vom Samstag könnte dort später auch zu Überflutungen führen. Sie sollten nach Ansicht von Experten jedoch weniger schlimm als bei „Sandy“ ausfallen.

Massive Blizzard Hits New England © AFP Vergrößern Eiszapfen über Fenstern in Boston.

Der schwere, nasse Schnee und der heftige Wind mit gefühlten Temperaturen von bis zu minus 32 Grad habe dieses Mal vor allem im Staat Massachusetts die Stromleitungen beschädigt, berichtete der Sender NBC. Dort hätten in der Nacht zum Samstag rund 400 000 Kunden keinen Strom mehr gehabt. Auch in Rhode Island und Connecticut saßen Zehntausende im Dunkeln und in der Kälte. Laut „New York Times“ wurde das Atomkraftwerk in Plymouth am Freitagabend abgeschaltet, da die Stromversorgung von außen unterbrochen worden war. Es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung, erklärten die Behörden.

Mehr zum Thema

Am Samstagmorgen konnte der Strom in manchen Gegenden bereits wieder hochgefahren werden, hieß es bei CNN. Energieausfälle treten in den USA häufig auf: Das Stromnetz des Landes gilt wegen vieler Überlandleitungen und veralteter Masten als besonders anfällig. Zuletzt hatte ein halbstündiger Blackout während des American-Football-Finales Superbowl für Aufsehen gesorgt.

Quelle: FAZ.net / dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Gewitter-Chaos Frankfurter Flughafen will beim Nachtflugverbot mehr Flexibilität

Rund 7000 Passagiere mussten nach einem heftigen Gewitter am Wochenende die Nacht im Frankfurter Flughafen verbringen. Jetzt fordert der Flughafen für solche Fälle Ausnahmen. Mehr

24.07.2016, 15:00 Uhr | Wirtschaft
Verschollener Flug Suche nach MH370 soll eingestellt werden

Die Suche nach MH370, dem seit mehr als zwei Jahren vermissten malaysischen Passagierflugzeug, soll eingestellt werden. Das teilte Malaysias Verkehrsminister stellvertretend für die beteiligten Behörden mit. Mehr

24.07.2016, 10:47 Uhr | Gesellschaft
Frankfurter Flughafen Angst vor knauserigen Fluggästen

Manche finden, der Frankfurter Flughafen ist in erster Linie ein Einkaufszentrum mit angeschlossenem Flugbetrieb. Zumindest ist dort eine sehr lukrative Verbindung gelungen. Mehr Von Jochen Remmert

25.07.2016, 12:19 Uhr | Rhein-Main
Nach Putschversuch in Türkei Erdogan greift nach der absoluten Macht

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bringt die türkische Gesellschaft immer mehr unter seine Kontrolle. Er ordnete per Dekret die Schließung von Schulen, Universitäten, Stiftungen und Gewerkschaften an. Über 1000 Wohltätigkeitsorganisationen, Gewerkschaften und Stiftungen wurden aufgelöst. Zuvor waren rund 60.000 Soldaten, Polizisten, Beamte und Lehrer suspendiert oder festgenommen worden. Mehr

24.07.2016, 17:37 Uhr | Politik
Verschwundener Flug MH370 Pilot soll Route über Indischen Ozean simuliert haben

Das FBI hat einem Bericht zufolge Erkenntnisse, wonach der Pilot den Unglücksflug MH370 auf seinem Computer simuliert haben soll. Im offiziellen Untersuchungsbericht taucht dieses Detail nicht auf. Mehr

24.07.2016, 05:16 Uhr | Gesellschaft

AfD-Vorsitzende Frauke Petry ist geschieden

Frauke Petry hat sich auch offiziell von ihrem Ex-Mann getrennt, Andrea Berg muss wegen ihrer Verbrennungen weiter behandelt werden, und Amber Heard hat sich einen millionenschweren Unternehmer geangelt – der Smalltalk. Mehr 12

Frankfurter Allgemeine Stil auf Facebook
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden