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Nach dem Erdbeben im Saarland Steinkohle AG stellt 3600 Mitarbeiter frei

24.02.2008 ·  Das bisher stärkste Grubenbeben im Saarland hat zu einem vorläufig kompletten Abbaustopp von Steinkohle in der Region geführt. Die RAG Deutsche Steinkohle AG hat bis auf weiteres fast 3600 ihrer Mitarbeiter freigestellt. Lediglich eine Notbelegschaft kümmert sich jetzt um die Grubensicherheit.

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Nach dem Erdbeben im Saarland hat die RAG Deutsche Steinkohle AG bis auf weiteres fast 3600 ihrer Mitarbeiter freigestellt. Lediglich eine Notbelegschaft von rund 100 Menschen sei für die Aufrechterhaltung der Grubensicherheit noch erforderlich, teilte eine Sprecherin am Sonntag mit. In den nächsten Tagen müsse entschieden werden, ob Kurzarbeit angemeldet werde. Dann hätten die Bergleute mit massiven Einkommenseinbußen zu rechnen. Andernfalls könne die Freistellung auch mit Urlaub oder Überstunden verrechnet werden.

Das durch den Bergbau ausgelöste Erdbeben an der Saar trifft die deutsche Steinkohleindustrie mitten im heiklen Entscheidungsprozess über die Zukunft ihrer Standorte: Am 2. April muss der Aufsichtsrat der RAG Deutsche Steinkohle AG über seine „Bergplanung“ bis 2012 beschließen - das heisst im Klartext, den mit Spannung und vielen Ängsten erwarteten Zechenstilllegungsplan vorlegen, von dem bundesweit zwei Zechen und damit tausende Bergleute direkt betroffen sind.

Noch acht Steinkohle-Zechen in Deutschland

Das Bergwerk Saar in Ensdorf, das in den vergangenen Jahren für rund 200 Millionen Euro auf den neusten Stand gebracht wurde, sollte darin dem Vernehmen nach nicht vorkommen: Es gilt als einer der leistungsfähigsten von noch acht deutschen Standorten und steht aus strukturpolitischen Gründen unter dem besonderen Schutz der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE); sie lehnt eine Schließung an der Saar vor 2014 vehement ab.

In Deutschland gibt es insgesamt noch acht Steinkohle-Zechen, die rund 30.000 Menschen beschäftigen. Jedes Jahr werden rund 21 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert. Rund ein Fünftel der deutschen Stromerzeugung basiert auf Steinkohle, wobei große Teile allerdings importiert sind.

Das in dieser Form bisher einmalige Beben und der sofortige Abbaustopp haben die Spitze der RAG DSK aber sichtlich beeindruckt. „Wir müssen jetzt erst mal nach Ursachen suchen und sie dauerhaft abstellen. Erst dann können wir über Konsequenzen nachdenken“, sagte Unternehmenssprecher Udo Kath am Sonntag. Klar sei außerdem, dass man ein Großbergwerk schon aus technischen Gründen nicht mal eben ab- und am nächsten Tag wieder anschalten könne. Es geht also offenkundig um einen Abbaustopp für Wochen - und das genau zum Zeitpunkt der Zukunftsentscheidung.

Ob das Bergwerk Saar dadurch doch noch auf die Schließungsliste kommen könnte - dazu lehnt Kath jede Stellungnahme ab: „Natürlich gehört die Wirtschaftlichkeit zu den Kriterien der Bergplanung“, sagt er nur.

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