21.05.2003 · Chinesische Bergsteiger haben am Mittwoch die ersten Live-Fernsehbilder vom Gipfel des Mount Everest gesendet. 50 Jahre nach der Erstbesteigung erklommen die fünf Kletterer die 8.850 Meter hohe Spitze.
Chinesische Bergsteiger haben am Mittwoch die ersten Live-Fernsehbilder vom Gipfel des Mount Everest gesendet. 50 Jahre nach der Erstbesteigung des höchsten Berges der Erde erklommen die fünf Kletterer die 8.850 Meter hohe Spitze und sendeten direkt vom Mount Everest über das staatliche chinesische Fernsehen (CCTV). In gelbe und rote Daunenjacken gehüllt und mit Sauerstoffmasken hielten die Bergsteiger vielen Millionen Chinesen daheim vor dem Fernseher die Nationalflagge in die Kamera.
Das Team schwenkte Fahnen der Volksrepublik China, Südkoreas und der Expedition und grüßte das chinesische Volk. Seit dem 11. Mai hatte der Sender täglich Bilder von der insgesamt 83 Mitglieder umfassenden Bergsteiger-Crew gesendet: zunächst vom Rongbuk-Basislager auf einer Höhe von 5.200 Metern auf der nördlichen Seite des Everests, später dann von weiteren Lagern in 7.500, 7.790 und 8.300 Metern Höhe.
Jubiläum der Erstbesteigung
Das chinesische Team gehörte zu mehreren Bergsteigergruppen unter anderem aus Japan, Frankreich, Amerika und Südkorea, die am Dienstag und Mittwoch anläßlich des bevorstehenden 50. Jahrestages der Erstbesteigung den Gipfel über die Nordroute von Tibet aus erreicht hatten. Am 29. Mai 1953 hatte der Neuseeländer Edmund Hillary und der Sherpa Tensing Norgay erstmals den Mount Everest bezwungen.
Ein großes Helferteam hatte die Live-Übertragung mit enormem Aufwand wochenlang vorbereitet. „Die Mengen an Technologie und Ausrüstung, die nötig sind, sind unglaublich“, kommentierte der Leiter eines anderen Teams. Zwei Kilometer Glasfaserkabel wurden vom Gipfel zum nördlichen Sattelpunkt verlegt, von wo das Signal dann weitergesendet wurde.
Mehrere Gruppen Gipfelstürmer
Als erste Gruppe in diesem Jahr hatten am Dienstag fünf Bergsteiger unter japanischer Führung den Gipfel erreicht. Dutzende anderer Teams wollen im Jubiläumsjahr den Mount Everest von Nepal oder Tibet aus erklimmen. Ein Vater und sein Sohn aus den Vereinigten Staaten, John und Jaish Roskally, gehörten am Mittwoch zu den Bezwingern, berichteten chinesische Medien.
Mount-Everest-Bezwinger Sir Edmund Hillary sagte bei einer Versammlung indischer Bergsteiger anläßlich seines bevorstehenden Jubiläums am Mittwoch in Neu Dehli, auf dem Gipfel des höchsten Berges der Erde zu stehen, sei ein Gefühl wie den Mond ohne technische Hilfe zu erreichen. „Nichts auf Erden kommt diesem Gefühl auf dem Gipfel gleich.“
Indien will zu Ehren von Hillary und Tensing am 29. Mai zwei Straßen nach ihnen benennen. Die „Sir Edmund Hillary Marg“ (Hindi für Straße) und die „Tensing Norgay Marg“ liegen in unmittelbarer Nähe der neuseeländischen Botschaft. Hillary war von 1985 bis 1989 neuseeländischer Botschafter in Indien.