http://www.faz.net/-gum-6ywxd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Veröffentlicht: 03.04.2012, 13:41 Uhr

Moskau Mindestens 17 Gastarbeiter sterben beim Brand auf einem Markt

Beim Brand auf einem Markt bei Moskau sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer waren Gastarbeiter aus früheren Sowjetrepubliken, die zusammengepfercht in einer Bauhütte geschlafen hatten.

Bei einem Brand auf einem Markt am Rande von Moskau sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelte es sich um Gastarbeiter aus früheren Sowjetrepubliken in Zentralasien, die in einer Bauhütte auf dem Gelände geschlafen hatten, wie Feuerwehrsprecher Sergej Wlasow am Dienstag mitteilte. Die genaue Brandursache war zunächst unklar. Russische Ermittler sagten aber, dass das Feuer möglicherweise durch elektrische Heizgeräte ausgelöst worden sei.

Aus Ermittlungskreisen verlautete, dass die Arbeiter zusammengepfercht in einem Lagergebäude der Markthalle lebten und keinen direkten Zugang zur Außenwelt hatten. Die Opfer schliefen den Angaben zufolge in einem Lagergebäude  des auf Baumaterialien spezialisierten Marktes und hatten keinen direkten Zugang zur Straße. „Sie schliefen in schrecklicher Enge auf aufeinandergestapelten Brettern“, hieß es aus den Ermittlungskreisen. Dem Zustand der Leichen nach zu urteilen, versuchten einige der Opfer zu fliehen, starben aber an Rauchvergiftungen. Um den Schlafraum zu erreichen, musste die Feuerwehr die Metallwände des Gebäudes aufschneiden.

Der Brand auf dem im Südosten von Moskau gelegenen Katschalowski-Markt brach am Dienstagmorgen gegen 5.00 Uhr (Ortszeit) aus und erfasste wenig später die Bauhütte aus Stahl, wie Wlasow weiter mitteilte. Das Dach sei dabei eingestürzt. Fernsehbilder zeigten, dass die Fenster der Unterkunft versperrt waren. Der Moskauer Feuerwehrchef Sergej Gorbunow sagte im russischen Fernsehen, die Arbeiter seien nicht in der Lage gewesen, durch eine Tür zu einer angrenzenden Halle zu entkommen. Was sie daran hinderte, sagte er nicht.

Hunderttausende Gastarbeiter aus zentralasiatischen Staaten wie Tadschikistan, Usbekistan und Kirgistan halten sich in Moskau auf. Viele von ihnen arbeiten in der Bauwirtschaft oder als Händler auf großen Märkten am Stadtrand.

Quelle: AP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Im Einsatz Feuerwehr rettet entkräftetes Eichhörnchen

Wenn ein Eichhörnchen mal müde ist, kann es sich auf menschliche Rettung verlassen. So geschehen in Augsburg. Mehr

03.05.2016, 06:36 Uhr | Wirtschaft
Video Brand vernichtet historischen Markt in Chile

Über 100 Läden und Marktstände sind bei einem Feuer in der chilenischen Stadt Temuco vernichtet worden. Insgesamt 400 Einsatzkräfte und Freiwillige versuchten, den Brand zu löschen. Die Standbesitzer fürchten nun, den Schaden nicht ersetzt zu bekommen und damit vor dem wirtschaftlichen Aus zu stehen. Mehr

23.04.2016, 09:57 Uhr | Gesellschaft
Arte kippt Doku nach Protest Wie starb der Anwalt in Moskau?

Im November 2009 kam der Wirtschaftsprüfer Sergej Magnitski in einem Moskauer Gefängnis unter dubiosen Umständen ums Leben. Arte wollte die Geschichte kritisch beleuchten. Doch der Film wurde abgesetzt. Mehr Von Niklas Záboji

29.04.2016, 17:11 Uhr | Feuilleton
Mindestens 500 Tote Zahl der Opfer steigt nach Erdbeben in Ecuador weiter

Nach dem Erdbeben in Ecuador steigt die Zahl der Opfer weiter an. Die vorläufige Bilanz des Bebens: Mindestens 500 Tote, mehr als 4500 Verletzte und Schäden in Höhe von bis zu 3 Milliarden Dollar. Mehr

21.04.2016, 15:59 Uhr | Gesellschaft
Jahresbericht der Wada Russen führen Doping-Liste an

Wer Doping bekämpft, läuft tendenziell hinterher. 2014, so zeigt der Wada-Bericht, sorgten Russen und Leichtathleten für die meisten Dopingfälle. Dabei kam der Meldonium-Schub erst 2015. Mehr Von Michael Reinsch, Berlin

28.04.2016, 17:27 Uhr | Sport

Hulk Hogan Weil’s so schön war, gleich noch eine Klage gegen Gawker

Hulk Hogan zieht wieder gegen „Gawker“ vor Gericht, Prince soll zuletzt kaum noch gegessen haben und Malia Obama hat ihre Uni gewählt – der Smalltalk. Mehr 3

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden