26.04.2011 · Er ermordete Jungs, er missbrauchte Jungs - Jahre lang unbemerkt. Und das, obwohl die Polizei mehrmals wegen unsittlichen Verhaltens ermittelte. Erst jetzt, 19 Jahre nach seiner ersten Tat, bekommt der Mann mit der Maske einen Namen: Martin N.
Von Philip EppelsheimRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
daß es dermaßen lange gedauert hat, dem Herrn N. habhaft zu werden.
Wer sich, um seine sexuellen Phantasien auszuleben, an anderen vergeht, der verspielt damit seine Berechtigung, in einer Gesellschaft als normal angesehen zu werden, da er für eben diese eine Gefahr darstellt. Wer dies an wehrlosen Kindern verübt, der sollte zeitlebens keinen Fuß mehr in Freiheit setzen dürfen - und noch das ist in meinen Augen eine schon fast zu leichte Strafe.
Mitwisser, Dulder und Vertuscher sollten wegen Beihilfe zur Straftat zur Verantwortung gezogen werden.
Und letztlich sollte die Identität des Herrn N., nachdem er seine über Jahrzehnte hinweg ausgeübten Schandtaten und Morde gestanden hat, preisgegeben werden, so wie es in den USA bis hin zur Sexualtäterkartei im Internet üblich ist. So einer gehört für sein Leben gebrandmarkt, für den Fall, daß er es jemals wieder auf die Straße schafft.
Keine Gnade für derartige Taten und Täter.
Mein Mitleid gilt denen, die sich dagegen nicht wehren konnten/können und mit dem Leben oder jahrelangen Traumata bezahlen mussten/müssen.
Schrecklich! Bleibt nur zu hoffen, dass alle Verantwortlichen (Jugendämter, Justiz, Politik etc.) aus diesem Fall ihre Lehren ziehen...
Ich habe großes Mitleid mit den Betroffenen und den Angehörigen der Kinder.
.
Aber wenn ich dann so etwas lese, kommt mir die Galle hoch:
"Michael W. leitete seit 2001 einen Jugendclub im brandenburgischen Velten. Er hatte die Arbeit bekommen, obwohl er vorbestrafter Kinderschänder war und deshalb seine Arbeit beim Jugendamt verloren hatte."
Muss man so jemandem wirklich nochmal eine Chance geben in der Jugendarbeit? Würden diejenigen, die diese Person einstellen, auch ihre eigenen Kinder oder Verwandten jemandem mit einer solchen Vorstrafe bzw. Neigung anvertrauen?
Es gibt ein sehr einfaches und wirksames Mittel der Kriminalitätsbekämpfung, besser gesagt des Opferschutzes: die obligate Ermittlung und Speicherung des Genkodes eines jedes Bürgers, und das möglichst grenzüberschreitend. Es gibt keinerlei einleuchtende Gründe, warum dieses Instrument der Identitätsfeststellung nicht ebenso staatlich eingesetzt werden sollte wie die bisherigen Uraltmerkmale Paßfoto, Körpergröße und Augenfarbe. Ein Mißbrauch der Daten läßt sich durch gesetzliche Auflagen verhindern. Indes wird diese moderne und hocheffiziente Möglichkeit nicht ernsthaft in Erwägung gezogen, denn ein hysterischer Schrei der Gutmenschen-Empörung ginge durch Politik und Medien. Mein nüchterner Schluß: Täterschutz ist in den westlichen Demokratien ein sehr hohes und überaus scharf bewachtes „Rechtsgut“.
Stellenanzeige: Drakon gesucht!
Abgesehen davon, dass die lieben Medien solche Unholde durchaus als Sittenstrolche, Wüstlinge, Frauenschänder oder schlicht Triebtäter bezeichnen sollte, dass gebrauchte Wort erinnert dann doch sehr an den Vulgärjournalismus einer ganz bestimmten Zeitung (richtig: Es ist diejenige mit den vier Großbuchstaben), so sollte man doch ziemlich dringend eine umfassende Strafreform gleich der des Drakon einleiten! Ob man dabei die liebe Todesstrafe wieder einführt oder nicht ist Geschmackssache, doch eines muß fortan wieder gelten: Lebenslang heißt auch lebenslänglich und nicht höchstens 15 Jahre; ebenso muss bei den Unholden in der Haftzeit geprüft werden, ob man diese wieder entlassen kann oder nicht; es hat ja keinen Sinn gemeingefährliche Triebtäter zu entlassen, nur um diese wenige Wochen später wieder einzusprechen – der Schutz von Unschuldigen geht hier einfach vor; außerdem müssen dringend die Haftbedingungen merklich verschlechtert werden: Unterbringung und Verpflegung sollten den Charakter der Bestrafung den Delinquenten sehr viel deutlicher ins alltägliche Bewusstsein rücken, ebenso wie schwere körperliche Arbeit die Läuterung sehr viel besser fördern dürfte als das bisherige Fernsehen in der komfortablen Stube...
Pleiten, Pech, Pannen und Datenschutz
und auch unbeholfene Pädagogen haben diesen Menschen soviele abscheuliche Taten verüben lassen.
Es ist schon seltsam, wie er sich so oft herauswinden konnte. Manche Straftäter haben wohl ein Talent darin.
Oft sieht man nur "die Spitze des Eisberges" und es gehört Fingerspitzengefühl und Erfahrung dazu die Lage einzuschätzen. Und DABEI haben viele versagt.
Ich kann gar nicht soviel essen...
...wie ich ko**en könnte. Unsere Regierung erweist sich von Jahr zu Jahr weiterhin als unfähig, gegen die Massen an Pädophilen endlich etwas zu unternehmen. Anstelle Zugriffe auf Pädo-Seiten streng zu überwachen und Nutzer selbiger dingfest zu machen, wollte man ja mal pauschal die Internetsperre einführen. Für Menschen mit nicht so technischen Sachverstand: in Pädo-Kreisen hätte sich schnell rumgesprochen, wie man sowas umgehen kann (Schuss in den Ofen der Regierung). Wo noch heute und seit Jahren unsere Freiheit am Hindukusch für Milliarden verteidigt wird, ist bei uns zuhause keine Million "mehr" da, um entsprechende Abteilungen gegen KiPo zu verstärken, bzw. aufzubauen. Ich könnte immer wieder mein Essen von mir geben, wenn ich lese, mit was für Strafen solche Perverse davonkommen. Die CDU fordert Warnschussknast für U-Bahn-Schläger... Ich gehe einen Schritt weiter und fordere: packt sie mit den Pädos zusammen in eine Zelle.
Parallelen zu Belgien / Fall Dutroux...
...dort gab es ein Päderasten - Netzwerk durch alle gesellschaftlichen Schichten incl. Polizei und Justiz, daher konnte dieser Verbecher so lange agieren. So viel Dummheit, Zufälle und Desinteresse kann es im Fall Martin N. gar nicht geben. Dieser Fall ist nicht ausgestanden: es gibt in Berlin / in D ein Netz von Knabenverleihern; die Auslandsreisen waren zum Mißbrauch von Jungen; warum wird bei Jugendbetreuern nicht regelmäßig ein Führungszeugnis verlangt?; ist diese Kette von schweren Straftaten ohne Konsequenz nicht ein erbärmliches Zeugnios für unsere Kuschel-Justiz? (zum DNA-test nicht hingehen! usw);
Man kann nur für die Familien der ermordeten Jungen und die von eventuell zukünftigen Opfern beten und hoffen, daß solche Personen nie wieder ans Tageslicht kommen dürfen.
Lebenslänglich sollte hier genau das bedeuten, auch wenn es kaum Trost für Angehörige sein kann, aber wenigstens sind zukünftige Jungen ein wenig sicherer vor dieser Bestie.
Wir sind keine Tiere mehr und die Unterscheidung zwischen Instinkt, Gut und Böse und sich im Zaume halten können wir auf dem Papier, aber wie oft versagen wir in der Wirklichkeit?
Philip Eppelsheim Jahrgang 1981, Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Jüngste Beiträge