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Modefrage III Ist Mode Frauensache?

 ·  Warum wird Mode eigentlich immer als Frauensache bezeichnet? Mode ist „Weiberkram“? Von wegen! Denn das war nicht immer so.

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Erst seit dem 18. Jahrhundert ist Mode untrennbar mit Weiblichkeit verbunden. Die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken erklärt in ihrem Text „Was die Mode streng geteilt“, dass Mode erst seit der Französischen Revolution als weiblich betrachtet wird.

Zuvor kleideten sich Männer genauso modisch wie Frauen. Erst mit dem Ende der Feudalgesellschaft wurde die Kleidung der adeligen Männer, der Justaucorps, abgeschafft, der zuvor mit Spitzenstoffen, Stickereien und sonstigen Verzierungen besetzt war. Nach der Revolution von 1789 trugen alle Männer den bürgerlichen Sakko.

Trennungslinie nicht mehr horizontal, sondern vertikal

Seither haben Männer keine großen Möglichkeiten mehr, sich wie die Adeligen damals herauszuputzen. Der einheitliche Herrenanzug erlaubt nur geringfügige Variationen, und wenn ein Mann aus dem heutigen gewohnten Erscheinungsbild fällt, wird er schnell als homosexuell bezeichnet. Dieses Empfinden hat sich erst seit der französischen Revolution entwickelt.

Die Trennungslinie der modischen Bekleidung verlief fortan nicht mehr horizontal zwischen Adel und Nichtadel, dem es zuvor nicht erlaubt war, sich so modisch zu kleiden wie die Könige und Fürsten. Von nun an trennte man vertikal zwischen Mann und Frau. Seither unterscheidet man zwischen männlicher und weiblicher Mode, und Mode ist zum Synonym für Weiblichkeit geworden.

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