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Venezuela Mode-Unternehmer Missoni verschollen

 ·  In dem zweimotorigen Flugzeug wollte Vittorio Missoni mit fünf weiteren Personen nach Caracas fliegen - dort kam er aber nie an. Es ist, als läge ein böser Fluch über den Familienunternehmen der italienischen Mode.

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© dpa Vittorio Missoni mit Flugzeug verschollen

Es ist, als läge ein böser Fluch über den Familienunternehmen der italienischen Mode. Im März 1995 wurde Maurizio Gucci in Mailand erschossen. Im Juli 1997 kam Gianni Versace durch Schüsse in Florida um. Im April 1999 starb Nicola Trussardi an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls. Und nun wird der 58 Jahre alte Vittorio Missoni vermisst, der das norditalienische Strick-Unternehmen mit seinem Bruder und seiner Schwester Angela leitet.

In dem zweimotorigen Flugzeug vom Typ BN2 Islander, das am Freitag nach Angaben des venezolanischen Innenministers Néstor Reverol um 11.29 Uhr Ortszeit vom Archipel Los Roques nach Caracas flog, aber dort niemals ankam, saßen neben Missoni und seiner Frau Maurizia Castiglioni nach Berichten italienischer Medien auch der Unternehmer Guido Foresti und seine Frau Elda Scalvenzi aus Brescia sowie ein Pilot und ein Kopilot aus Venezuela.

Zwei weitere Mitglieder der sechsköpfigen italienischen Reisegruppe, Giuseppe Scalvenzi und seine Frau Rosa Apostoli, waren laut „El Nacional“ auf der Insel zurückgeblieben, einem beliebten Ziel vor allem auch europäischer Touristen in der venezolanischen Karibik.

Die Zeitung „El Universal“ berichtete, der Funkverkehr sei kurz nach dem Start abgebrochen, als sich das Flugzeug etwa zehn Seemeilen südlich von Los Roques befand. Hubschrauber, Flugzeuge und Motorboote begannen demnach sofort mit der Suche in den Gewässern vor Venezuela. Die Suche wurde am Samstag und Sonntag fortgesetzt, blieb aber erfolglos. Das Modeunternehmen bestätigte, dass das Paar in Venezuela verschollen sei. Die Medien wurden gebeten, „die Privatsphäre der Familie zu respektieren“.

Vittorio Missoni ist der älteste Sohn des 91 Jahre alten Ottavio Missoni und seiner 81 Jahre alten Frau Rosita, geborene Jelmini. Die beiden hatten sich 1948, vor fast 65 Jahren, bei den Olympischen Sommerspielen in London kennengelernt, wo Ottavio („Tai“) Missoni in der 4×400-Meter-Staffel und über 400 Meter Hürden für Italien lief. Schon kurz darauf gründeten sie ein Strickwaren-Unternehmen, das für innovative Zick-Zack-Muster aus kaleidoskopischen Farben bekannt wurde - und die gesamte Familie forderte.

Die Kinder Vittorio (geboren 1954), Luca (geboren 1956) und Angela (geboren 1958) gingen schon in jungen Jahren gleich nach der Schule ins Atelier und halfen den Eltern. Angela überblickt heute als Chefdesignerin die Damen- und Herrenlinien. Luca kümmert sich um das Archiv des Unternehmens, das in Sumirago bei Varese sitzt, aber Showroom, Ateliers und Büros in Mailand hat. Vittorio ist als Marketingchef dauernd für die Firma unterwegs. Die dritte Generation - unter ihnen Vittorios Söhne Ottavio Junior, Marco and Giacomo - beginnt gerade erst, ins familieneigene Unternehmen einzusteigen.

Vittorio, der stets beredt und engagiert auftritt, ist in den vergangenen Jahren vor allem für die Ausweitung des Geschäfts auf Hotels und Parfums sowie für die Eröffnung zahlreicher weiterer Läden in aller Welt zuständig gewesen. Außerdem ist er Vizepräsident der Camera Nazionale della Moda Italiana. Für 2013, so kündigte er vergangenes Jahr an, plant er für die Firma eine verstärkte Expansion nach China.

Der Firma fühlt sich der Mann, dessen Leutseligkeit man nicht mit Ziellosigkeit verwechseln sollte, so sehr verpflichtet, dass er sogar auf einem Foto der berühmten Jürgen-Teller-Kampagne für das Label zu sehen ist - im Hintergrund neben seinem Vater Ottavio auf einem Sofa sitzend, während seine Nichte Margherita vorn aufreizend in die Kamera blickt.

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Jahrgang 1965, verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“.

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