08.05.2007 · Wie FAZ.NET am Dienstag aus Veranstalterkreisen erfuhr, zieht sich die Messe „Bread & Butter“ endgültig aus Berlin zurück und wird nur noch an ihrem zweiten Standort stattfinden: in Barcelona. Die Modemesse ist eine der wichtigsten der Welt.
Von Alfons KaiserEs war eine Erfolgsgeschichte der deutschen Mode, wie man sie seit dem Aufstieg der Düsseldorfer Igedo in der Nachkriegszeit nicht mehr erlebt hatte. Die „Bread & Butter“, eine Messe für Street-, Sports-, Club- und Jeanswear, holte mit großem Erfolg zwei Mal im Jahr Zehntausende Mode-Einkäufer und Trend-Sucher nach Berlin. Nun ist der Standort Berlin dem Erfolg der Modemesse zum Opfer gefallen. Wie FAZ.NET am Dienstag aus Veranstalterkreisen erfuhr, zieht sich die „Bread & Butter“ endgültig aus Berlin zurück und wird nur noch an ihrem zweiten Standort stattfinden: in Barcelona.
Schon im Januar war die „Bread & Butter“ verkleinert worden und hatte im alten Vattenfall-Turbinenkraftwerk in Berlin nur noch etwa 40 Marken präsentiert. Nun heißt es, Aussteller und Publikum würden einen starken Auftritt in Barcelona zwei schwächeren Auftritten in Berlin und Barcelona vorziehen - und lieber ihr Budget für Barcelona erhöhen, als es auf zwei Veranstaltungen aufzuteilen. Ausschlaggebend für Barcelona dürfte der gute Zugang zum südeuropäischen Markt, die große Internationalität, das passende Umfeld des Messegeländes, die gute Unterstützung durch die Stadt und nicht zuletzt das partyfreundliche Wetter sein. Vom 4. bis zum 6. Juli werden in Barcelona, wo im Januar 82.837 Besucher gezählt worden waren, nun noch mehr Gäste erwartet.
Im Jahr 2003 gegründet
Die „Bread & Butter“ in Berlin wurde im Jahr 2003 gegründet. Jeweils im Januar und Juli kamen Modeaussteller und Einzelhändler nach Berlin. Die wachsende Bedeutung der Messe nährte in Berlin sogar Hoffnungen, man könne als Messestandort Düsseldorf überflügeln. Dank des Erfolgs gründete Geschäftsführer Karl-Heinz Müller im Sommer 2005 als zweiten Messe-Standort Barcelona. Aber schon im vergangenen Jahr litt die „Bread & Butter Berlin“ unter der spanischen Schwesterveranstaltung. Nachdem Müller im Oktober 2006 angekündigt hatte, die „Bread & Butter“ in Berlin abzusagen, fand dann aber vom 26. bis zum 28. Januar doch noch eine verkleinerte Veranstaltung im Vattenfall-Turbinenkraftwerk statt.
Die Unternehmenszentrale der „Bread & Butter“ mit mittlerweile etwa 100 Mitarbeitern bleibt aber weiter in Berlin. Man schließt auch nicht aus, in Berlin irgendwann wieder eine „Tradeshow“ zu veranstalten - für die nächsten Saisons sei das aber sicher nicht zu erwarten. „Bread & Butter“-Geschäftsführer Karl-Heinz Müller wird die Entscheidung gegen Berlin am Nachmittag auf einer Pressekonferenz in Barcelona bekanntgeben.
Für die Berliner Mode ist die Absage ein schwerer Schlag. Nun wird man sich im Juli mit der verbleibenden Designer-Messe „Premium“ im Postverladebahnhof am Gleisdreieck und der ersten „Berlin Fashion Week“ in einem großen Zelt am Brandenburger Tor wohl stärker auf Designer- statt auf junge Mode konzentrieren. Welche großen Designernamen der Veranstalter IMG für die Fashion Week aufzubieten hat, ist noch unklar. Immerhin weiß man, wer die Woche eröffnet: Boss zeigt sein Neben-Label „Hugo“.
Alfons Kaiser Jahrgang 1965, verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“.
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