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Street-Style-Fotografie Erkundungen im Berliner Glamcanyon

 ·  Wenn die Street-Style Fotografin Katja Hentschel auf die Straße geht und Fotos macht, sucht sie nicht nach Markenträgern, sondern nach Persönlichkeiten. Das kommt an: Rund 2000 Menschen besuchen täglich ihren Blog.

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Was man an einem Wochenende in Mitte so alles sehen kann! Nichts, wenn man nichts sehen will. Alles, wenn man den Blick von Katja Hentschel hat. Die 28 Jahre alte Berlinerin, die in Paris und London Psychologie studierte und deshalb einen Blick mehr für den Menschen als für seine Mode hat, gehört nicht zu den Street-Style-Fotografen, denen das Etikett wichtiger ist als die Gesamtaussage.

Hentschel, die in New York auf die Idee mit dem Foto-Bloggen kam und sich seit 2007 ihre eigene Party- und Modewelt gebastelt hat, ist also eine vielleicht typisch deutsche Ausprägung der Straßenfotografie. Wie „Stil in Berlin“ und „Styleclicker“, zwei weitere wichtige deutsche Street-Style-Blogs, achtet sie auf Menschen des 21. Jahrhunderts. Die einflussreichen internationalen Kollegen hingegen - Scott Schuman, Garance Doré, Jak & Jil oder Yvan Rodic - suchen für ihre Bilder geradezu die Lanvin-Oberteile und die Givenchy-Sandalen. Katja Hentschel, die aus Wolfen in Sachsen-Anhalt stammt, nach dem Abitur neun Jahre ins Ausland ging und eben nicht um die internationalen Designerschauen kreist, bleibt in diesen Fragen nonchalant: „Marken interessieren mich nicht.“

Eher Vintage- als Designer-Sachen

Sie wohnt günstig gelegen am Mauerpark, nimmt sich einfach ihre Kamera und geht mit offenen Augen durch Torstraße oder Kastanienallee (vulgo: Castingallee). Der persönliche Ausdruck und der originelle Look interessieren sie am meisten: „also eher Vintage- als Designer-Sachen“. Mit ihren Partyfotos unter anderem aus dem „Broken Hearts Club“ und für Magazine verdient sie seit anderthalb Jahren ihr Geld - die Straßenfotos sind wie Urlaub von den lauten Nächten. 2000 Leute schauen pro Tag auf ihren Blog. Das scheint ihr aber nicht genug zu sein. Katja Hentschel ist schon wieder unterwegs - zu einem Reise-Blog namens „Travelettes“.

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Jahrgang 1965, verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“.

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