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Street-Style-Fotografie Ein Mode-Blog wird museal

22.07.2010 ·  Seine Modelle fand Gunnar Hämmerle beim Flanieren in Stockholm, Berlin, New York, Paris oder London. Nun zeigt das NRW-Museum in Düsseldorf die erste Schau von Mode-Blog-Fotografie in Deutschland.

Von Alfons Kaiser
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Es sei „ein erhebendes Gefühl“, seine Bilder im Museum ausgestellt zu sehen, sagt Gunnar Hämmerle, als er am Donnerstag, kurz vor dem Presserundgang und der Eröffnung seiner Bilderschau, vor dem „NRW-Forum“ in Düsseldorf steht. Fast 1000 seiner Fotos sind bis zum 8. August in dem Museum zu sehen - in der größten Einzel-Ausstellung, die je einem „Fashion Blogger“ gewidmet wurde, genauer: einem „Street-Style-Fotografen“.

Vermutlich besteht der größte Reiz für die Museumsleute und für Hämmerle selbst in der Idee, die auf den winzigen Moment fokussierten Straßenfotos, in denen der richtige Stil, die originelle Person, das rechte Licht und die Beobachtungsgabe des Fotografen zufällig zusammentreffen, für die museale Ewigkeit festzuhalten. (Und für Düsseldorf besteht der Reiz darin, die Modemesse am Wochenende kulturell zu über höhen.) Dabei geht es dem 39 Jahre alten Deutsch-Schweden Hämmerle gar nicht um die Mode, wie er unumwunden zugibt - andere wichtige Street-Style-Blogger wie Scott Schuman oder Yvan Rodic, die sich schon durch Bücher verewigt haben, achten mehr auf das Comme-il-faut der Szene.

„Was muss ich machen?“

Der Ausstellungstitel „Menschen des 21. Jahrhunderts“ verweist denn auch auf Hämmerles Vorbild August Sander, der seine „Menschen des 20. Jahrhunderts“ allerdings in Arbeitskluft fotografierte. Hämmerles flanierende Helden dagegen scheinen sich dem schönen Müßiggang zu widmen, der heute manchen schon als Beschäftigung gilt, nicht nur in Berlin-Mitte. Hämmerle, der Betriebswirtschaft und Film studiert hat, arbeitet ausdauernd an sich und seinen Fotos. Vor dreieinhalb Jahren begann er - als einer der ersten in Deutschland - mit seinem Street-Style-Blog namens „Styleclicker“.

Street-Style-Fotografie: Ein Mode-Blog wird museal

Seitdem hat er die Kamera überall dabei, findet seine Alltagsmodels in München, Stockholm, Bangkok, Berlin und anderen Städten und kann inzwischen von seiner Leidenschaft durch Firmen- oder Magazinaufträge auch leben. Wichtig ist bei alledem nur, dass es unangestrengt aussieht. Die Fotografierten fragen ihn vor dem entscheidenden Moment: „Was muss ich machen?“ Und er sagt einfach: „Nichts!“

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Jahrgang 1965, verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“.

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