07.09.2006 · Als Bayer liebt Papst Benedikt XVI. den schönen Zierat und trägt wieder modisches Bewußtsein zur Schau. Ob Trendbrille oder ausgefallener Hut, Päpste sind nicht ohne Eitelkeit, wie Porträts aus den letzten Jahrhunderten beweisen.
Auch Päpste sind nicht ohne Eitelkeit. Auf den Porträts der Heiligen Väter aus den letzten Jahrhunderten zeigt sich ein gewisses Modebewußtsein - vor allem bei der Kopfbedeckung, aber auch bei den über dem weißen Talar getragenen Gewändern.
Außerhalb der liturgischen Feiern lädt die Kleiderordnung zu den schönsten und erhabensten Schmuckkünsten ein. Für die Zeremonien liegen die prunkvollsten Gewänder schon bereit.
Er möge die Sonne locken
Da muß sich auch Benedikt XVI. nichts Neues einfallen lassen. Aber für den Kopf darf es schon etwas Ausgefallenes sein. Im Winter zum Beispiel trug er den „Camauro“, eine warme Pelzmütze, von den Renaissancepäpsten und ihren Porträts wohlbekannt, doch mit der Verbesserung der Heizbedingungen im Vatikan eigentlich überflüssig geworden.
Für die Fahrt durch die Stadt Rom zur Visite bei Staatspräsident Ciampi im Quirinalspalast nutzt er eine Sonnenbrille der Trendmarke Serengeti. Und am Mittwoch überraschte er zur wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz mit einem Hut mit einer breiten Krempe, die dem Planetenring des Saturn nachempfunden ist - woher der goldbestickte Hut seinen Namen „Saturno“ erhält.
Das gute Stück ist dem früheren Klerikerhut, schwarz für Bischöfe, rot für Kardinäle, nachgebildet, jedoch mit einer weichen Krempe versehen - nicht zur Unterscheidung von den niederen Rängen in der Kirche, sondern für den eigentlichen Zweck: vor Sonnenstrahlen zu schützen. Als Bayer liebt Benedikt den schönen Zierat. Er möge ihn ins Gepäck für die Reise nach Deutschland einpacken lassen - um die Sonne zu locken.