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Sonntag, 19. Februar 2012
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Mode zum Klimawandel Batik auf Bali

13.12.2007 ·  Bei der Weltklimakonferenz machen sich die Teilnehmer modisch locker und tragen traditionelle Kleidung. Das unterstreicht nicht nur ihr vermeintliches Engagement, sondern ist wegen der Hitze angenehmer als ein Anzug.

Von Konrad Mrusek, Nusa Dua
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Das modische Vorbild des 54 Jahre alten Holländers Yvo de Boer hat bisher wenig bewirkt. Der Chef des UN-Klimasekretariats ist zwar ein Diplomat alter Schule, doch statt der sonst üblichen dunkelgrauen oder dunkelblauen Anzüge mit blauen oder roséfarbenen Krawatten gibt er sich bei der Konferenz auf Bali ganz informell: Meist kommt er im landestypischen Batikhemd daher.

Doch in den Textil-Shops am Rande des touristischen Edelghettos von Nusa Dua sind die Hemden noch nicht ausverkauft. Die Stangen hängen voll. Man kann daher gut feilschen mit den Verkäuferinnen und den Preis gelegentlich von umgerechnet zwanzig auf nur noch zehn Euro drücken. So mancher Konferenzteilnehmer wird seinen Partner bei der Rückkehr von der Ferieninsel mit ungewohnten Farben und Mustern überraschen.

Eine Art grünes Hochamt

Statt balinesischem Batik dominiert bei der Mammut-Konferenz mit mehr als 10.000 Teilnehmern ein globaler Stil, eine Mischung aus bunten T-Shirts und blauen Oberhemden. Doch Krawatten sind verpönt und Anzüge erst recht. Der amerikanische Senator John Kerry war am Montag der einzige, der sich solch einer formellen Kleidervorschrift fügte. Die luftige Mode hängt auch damit zusammen, dass Klimakonferenzen eine Art grünes Hochamt sind und fast schon zum Pflichttermin für Umweltaktivisten aus aller Welt wurden: Der Einsatz von Klimaanlagen, also der Ausstoß schädlicher Treibhausgase während der Sitzungen soll begrenzt werden.

Die Kleiderordnung wird aber vor allem durch die schwüle Hitze der indonesischen Insel bestimmt. Schon beim Stehen vor der Sicherheitsschleuse werden Schirme verteilt, und alle paar Meter hat man Behälter mit Trinkwasser aufgestellt. Die Taxifahrer mit ihren gut temperierten Autos machen daher glänzende Geschäfte. Denn jeder Schritt im Freien treibt einem den Schweiß auf die Stirn. Selbst die Gratis-Fahrräder vor dem Konferenz Zentrum werden den Anbietern nicht aus der Hand gerissen, weil der Fahrtwind einfach nicht kühl genug ist.

In die gemäßigte Klima-Zone

Die Organisatoren der Konferenz wollten zunächst bei der Klimatisierung schön klimaneutral sein. Schließlich haben die Teilnehmer viele Treibhausgas-Emissionen bei ihren langen Flügen produziert. Die Klima-Anlagen im Pressezelt sollten daher möglichst energiesparend betrieben werden. Doch schon nach wenigen Stunden gab es einen Aufstand der Hitzegeplagten. Die vielen Kühlaggregate an beiden Seiten des Zeltes laufen seitdem auf vollen Touren. Sie blasen mit viel Getöse eine derart kühle Luft, dass sich alle in die gemäßigte Klima-Zone in der Mitte des Raumes flüchten.

Quelle: F.A.Z., 11.12.2007, Nr. 288 / Seite 11
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