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Samstag, 11. Februar 2012
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Mailänder Modewoche In Knobelbechern dem Bewährten entgegen

20.01.2010 ·  Sie war leiser, konzentrierter und weniger gewagt als sonst: Die Mailänder Männermodewoche hat in diesem Jahr keine großen Sprünge gemacht. Der Trend geht zu robust, und das kann in diesen winterlichen Zeiten ja mal wirklich nützlich sein.

Von Markus Ebner
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Der Optimismus ist zwar in die Modewelt zurückgekehrt - aber die Mailänder Männermodewoche hat bis zum Dienstag gezeigt, dass Dolce & Gabbana, Burberry, Gucci oder Prada sich lieber an Bewährtes halten statt große Sprünge zu machen. Alles war leiser, konzentrierter, weniger gewagt als sonst: Man sah auf dem Laufsteg nicht mal eingeölte Männer in Badehosen, was in Mailand selbst bei den Kollektionen für Herbst und Winter öfters passiert.

Die neue Vorsicht trägt sogar eine Farbe, nämlich das großbürgerliche Camel, das man auf den besten Schauen der Woche sah, bei Prada und Gucci, vor allem am klassisch geschnittenen einreihigen Mantel. „Camel ist wirklich eine meiner Lieblingsfarben und ein Fundament der Männerkollektion“, sagte Miuccia Prada nach der Schau. Bis oben zugeknöpfte Strickjacken über bis oben zugeknöpften Hemden und Jacken mit doppeltem Kragen waren die bestimmenden Elemente der Schau - ein nerdy look, der extrem jung aussieht. Außerdem öffnete Prada das Archiv, und die haustypischen Prints feierten Wiederauferstehung. Zum ersten Mal wurde zur optischen Auffrischung die Damen-Vorkollektion mit auf den Laufsteg geschickt.

Zurück zu den Ursprüngen

Auch Frida Giannini glaubt bei Gucci fest an die Wurzeln der Marke. Nach mehreren wilden Männerkollektionen, oft von obskuren Rockbands der Lower East Side inspiriert und mit aufeinander gehäuften Accessoires garniert, kehrte sie zu den Ursprüngen der Marke zurück. Ihre Schau wurde von einem camelfarbenen Mantel mit enger Hose und Loafern ohne Socken eröffnet, milanese im Fachjargon, also aus gutem Hause und konservativ gekleidet. Seitdem Patrizio Di Marco, früher Chef bei Bottega Veneta, zu Gucci stieß, kehrt das Haus stärker seine handwerklichen Traditionen heraus, das Made in Italy oder besser: in Florence. So wurde gewaschenes Nappaleder manuell behandelt, um federleicht zu werden.

Ansonsten konzentrierte sich Giannini auf ihre schmale Silhouette und bei den Anzügen auf eine vom Reitsport inspirierte Hose. Wenn sogar Kean Etro, der mit seiner Marke für wild kombinierte Farben und Materialien steht, nach seiner Schau eingesteht, dass er sich fürs neue Jahrzehnt Zurückhaltung auferlegt hat – dann kann man sicher sein, dass Mailand sich neu erfindet. Etro tut der neue Ansatz gut, die dezent in dunkelblau gehaltene Farbpalette und gut ausgedachte Accesories wie Gamaschen über den Stiefeln ergaben einen urbanen Look. „Wir wollten bei Null anfangen und uns jedes Detail am Jackett neu überlegen“, sagte Kean Etro nach der Schau.

Militär und Romantik

Auch Raf Simons wollte dieses Mal für Jil Sander nicht die Mode neu erfinden. Er hauchte Basics wie der Kabanjacke oder einem Blazer neues Leben ein. Besonders gut gelang das bei den Anzügen mit aufgenähten großen Taschen und dem schnittigen und frischen Look. Simons denkt weiter als die anderen. Das sieht man schon an der Kragenführung, für die ihm das klassische V oder Rund zu banal sind – er richtet sie kelchförmig nach außen. Burberry-Designer Christopher Bailey baut seine starken Kollektionen ohnehin um die Geschichte des Hauses. „Militär und Romantik – das ist das Spannungsfeld in meinen Kollektionen“, sagte er nach der Schau. Also gab es jede Menge Trenchcoats und Kabanjacken, wie immer.

Man wagt es kaum zu sagen: Auch nach 25 Jahren ist Dolce & Gabbana noch von Sizilien fasziniert – die neue Kollektion sah aus wie eine ihrer ersten. Grobe Stiefel, die Hose hineingesteckt, dick gestrickte Pullover, Schiebermützen sehen nicht neu aus, aber wirken gut. Der Winter kommt ja in letzter Zeit ziemlich winterlich daher, da ist dieser robuste Trend aus Mailand mal wirklich nützlich. Fast auf allen Laufstegen gab es keine normalen Ausgehschuhe zu sehen, sondern schwere Stiefel, die oft an Knobelbecher erinnern. Die Hose in die Stiefel zu stecken hat eben einen kernigen, einen männlichen Effekt.

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