Was, diese Schuhe sollen hässlich sein? Das kann nicht stimmen, denn sie stammen aus der Prada-Kollektion für Frühjahr und Sommer 2013. Alle großen italienischen und französischen Marken schielen auf die Chinesen - die laut Bain & Co. in diesem Jahr die Amerikaner als größte Käufer von Luxusgütern abgelöst haben.
Jeder vierte Luxusartikel in diesem Jahr wurde von einem Chinesen gekauft. Die Unternehmensberatung schätzt, das der Weltmarkt für Luxusgüter in den kommenden drei Jahren um sieben bis neun Prozent pro Jahr wachsen wird, wobei Asien (ohne Japan) um gut 20 Prozent zulegen soll.
Susanne Hellmann von ING Investment Management Germany ergänzt, die Chinesen kauften viele Luxusprodukte auf Reisen im Ausland - und gäben im Durchschnitt ein Drittel ihres gesamten Reisebudgets beim Shopping aus, während die Ausgaben für Unterkünfte nur elf Prozent betrügen. Bei Richemont, Gucci oder Hermès steht „Greater China“ schon für einen Umsatz um die 40 Prozent.
Aus all diesen Gründen also Asien als Mode-Motiv. Dabei ist Miuccia Prada natürlich schon wieder weiter. Und so wirkt es wie ein ironischer Kommentar auf die China-Gläubigkeit ihrer Kollegen, dass sie mit Kimono-Anleihen und Judo-Jacken an das fast zahlungsunfähige Japan erinnert. Die doppelstöckigen Plateau-Schuhe, die den hohen Holzsandalen der Geishas ähneln, bringen doppelbödige Ironie in das Geschäft, das in diesem Jahr schon wieder zweistellig wächst. Wie könnte man also behaupten, dass diese Schuhe hässlich sind?
Und noch eine Erfolgsgeschichte. In diesem Fall knüpft sie sich an bunte Makramee-Bänder. In Italien hängen sie an jedem zweiten Handgelenk, in Deutschland soll es bald ähnlich werden. Als Luca Caprai vor 20 Jahren die Marke Cruciani gründete, ging es um Bekleidung. Vor anderthalb Jahren bekam er Spitzenarmbändchen in die Hand, versah sie mit dem Glücksmotiv Kleeblatt, ließ sie fertigen - und macht damit inzwischen fast die Hälfte seines Umsatzes, der in der ersten Jahreshälfte um 83 Prozent auf 16,5 Millionen Euro stieg.
Das ist Italien und Frankreich gemein,
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 18.12.2012, 19:13 Uhr