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London Fashion Week Sommertrends, Newcomer und ein Kokainskandal

22.09.2005 ·  Die Trends bei der London Fashion Week, die vom Kokainskandal um Kate Moss erschüttert wurde, halten viele Beobachter in erster Linie für bewährt. Bemerkenswert sind vor allem die neuen Formen der Präsentation, bei denen sich die Betrachter statt der Models bewegen.

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Um ein deutsches Designer-Duo, einen Kokainskandal und eine Hand voll Sommertrends reicher ist die London Fashion Week am Donnerstag zu Ende gegangen. Das Berliner Label c.neeon hat mit einer Kollektion geprägt von großflächigen Prints, klaren Farben und asymmetrischen, sportlichen Schnitten ein gelungenes England-Debüt gegeben. Passendes Thema der Schau: Premieren und erste Male.

„Es geht dabei um die Gefühlslage, in der man ist, wenn man etwas zum ersten Mal macht“, erklärt die Jungdesignerin Doreen Schulz (29), „voller Hochs und Tiefs, ähnlich wie die Schau heute“. Zusammen mit Clara Kraetsch bildet Schulz das Label c.neeon. Den modischen Trends für den kommenden Sommer schloß sich c.neeon nicht an, vielleicht weil es für die meisten Trends keine Premiere war: hoch angesetzte, betonte Taillen tauchten wieder auf, kurze Hosen in allen Varianten und Spielereien mit Volumen waren oft zu sehen.

Die beiden Absolventinnen der Berliner Kunsthochschule Weißensee spiegeln Londons Ruf als Brutstätte für Designtalente wieder. c.neeon war im Rahmen der „New Generation“ Förderinitiative für Nachwuchsdesigner in die britische Hauptstadt eingeladen worden, nachdem das Label im Mai den Großen Preis für die beste Kollektion beim renommierten Modefestival im französischen Hyères gewonnen hatten. „London ist ein wichtiger Schritt weiter für uns“, sagte Schulz. Zu ehemaligen „New Generation“-Gewinnern zählt unter anderem Topdesigner Alexander McQueen.

London Fashion Week: Sommertrends, Newcomer und ein Kokainskandal

Auf allen Partys: Drogenspuren auf der Toilette

Abseits der Laufstege standen in London weniger die Designer und ihre Entwürfe als die Exzesse des Modezirkus im Vordergrund. Nach den Kokain-Enthüllungen um Topmodel Kate Moss (siehe auch: Drogenvorwürfe: H&M trennt sich von Kate Moss) ließ die Londoner Abendzeitung „Evening Standard“ bei Fashion-Week-Partys von Versace, Alexander McQueen, Topshop, und dem Kosmetikhersteller MAC die Toiletten auf Spuren der Droge hin untersuchen. Das am Mittwoch veröffentlichte Ergebnis: sechs von sechs positiv.

Gleichzeitig brach die Schau des Labels „Frostfrench“ spielend den Rekord bei Publikumsandrang und Kamerapräsenz. Der Grund: Moss ist mit dessen Designerin Sadie Frost, Ex-Frau von Hollywood-Schauspieler Jude Law, befreundet und hatte die Schauen in der Vergangenheit oft besucht. Dieses Mal warteten die Paparazzi vergeblich. Moss tauchte nicht auf.

Dabei hatte die Woche auch modisch Einiges zu bieten. Newcomer Gareth Pugh ließ die Grenzen zwischen Mode und Kunst verschwimmen mit unkonventionellen, aber auch untragbaren Designs aus Ballons und Lack und Lampen. In klischeehaft italienisch-dörflichem Rahmen präsentierte Jasper Conran figurbetonte, edle Entwürfe aus Taft: Er spannte Wäscheleinen quer durch den Saal und ließ ein Ensemble italienische Musik spielen. Das Designerpaar Antoni & Alison entschied sich statt einer Catwalk-Schau für eine statische Installation im eigenen Wohnhaus. Wie durch ein Museum wurde das Publikum durch den verwinkelten Altbau geführt, vorbei an Models, deren Kleider ebenfalls von vergangenen Jahrhunderten inspiriert waren.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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