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London Fashion Week Keine Furcht vor dem Frost

16.02.2005 ·  Selten waren Models so warm angezogen, wie bei der Londoner Modewoche: Gehüllt in Mäntel und Mützen aus Kaninchenfell & Co. müssen Modebewußte im kommenden Winter nicht das Frieren fürchten.

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Kaninchen und Fuchs, Nerz oder Zobel: Pelze sind allgegenwärtig auf den Laufstegen der Londoner Modewoche und sorgen für Kontroversen unter Tierschützern und Modefans. Erinnert doch irgendwie an die Entwürfe auf der Fashion Week in New York? Topdesigner Julien MacDonald hatte bereits am ersten Tag der Londoner Modewoche ein deutliches Zeichen gesetzt und nicht nur seine Models mit Pelzen ausstaffiert, sondern sogar die gesamte Länge des Laufstegs mit Fell ausgelegt.

Am Dienstag setzte insbesondere das Mode-Label Gharani Strok diesen Trend fort und zeigte viel von dem umstrittenen Material in den Tönen weiß, creme und braun. Elizabeth Jagger, Nachwuchsmodel und Tochter von Rolling Stones- Frontmann Mick Jagger, zog mit einer über die Schulter drapierten Fuchsstola, die sie bei der MacDonald Schau vorführte, die Aufmerksamkeit der britischen Presse und Kritik der Tierschützer auf sich. Die britische Künstlerin Tracey Emin kommentierte die Kollektion des Designers, dessen glamouröse Schauen meist ein Highlight der Modewoche sind: „Die Kleider waren toll, die Pelze abscheulich.“

Naomi ohne Pelz

Topmodel Naomi Campbell hingegen ließ sich diesmal nicht in die Schußlinie bringen. Die 34-Jährige war sowohl für Gharani Strok als auch Julien MacDonald auf dem Laufsteg, trug jedoch bei keiner der beiden Schauen Pelz. Campbell galt lange Zeit als aktive Pelz- Gegnerin und hatte sich Anfang der 90er Jahre gemeinsam mit Supermodels wie Christy Turlington und Cindy Crawford für die Lobbygruppe Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) stark gemacht. 1997 wurde sie allerdings wieder in Pelz auf den Laufstegen in Mailand gesehen.

London Fashion Week: Keine Furcht vor dem Frost

Julien MacDonald begründet in einem Interview mit der Zeitung „Daily Telegraph“ seine Entscheidung für den Pelz mit dem wachsenden Modemarkt in Rußland. Dort sei Pelz schon aufgrund der Temperaturen sehr gefragt. Das Designer-Duo Nargess Gharani und Vanya Strok hat in dieser Saison Pelz zum ersten Mal verarbeitet - nach Berichten ebenfalls, um den russischen Markt zu bedienen.

Samt und Leder

Paul Smith, einer der Klassiker im Repertoire der noch bis Donnerstag dauernden Modewoche, stand in deutlichem Kontrast zu diesem Trend. Er hielt sich bei der Materialauswahl an viel Samt, Baumwolle und vereinzelt Leder. Auch bei den Schnitten blieb er seinem Stil treu und zeigte eine wenig überraschende Damenkollektion aus schmal geschnittenen Blusen, Strickjacken, weiten Umhängen und Mänteln, die bis zur halben Wade reichen. Statt über einen kahlen Laufsteg flanierten seine Models über einen Blumenteppich in Braun- und Rottönen. Warme und leuchtende Farben bestimmten auch die floralen Prints, Schottenkaros und Nadelstreifen-Entwürfe des Modeschöpfers.

Wahren Mode-Mut bewießen nur das japanische Label Michiko Koshino und der britische Designer Robert Cary-Williams. Koshino präsentierte ziemlich schräge, aufgeplustert wirkende Kreationen. Cary-Williams schickte seine Models in wenig spektakulären Kleidern, dafür mit um so auffallenderen Aufschriften wie „Good save the Queen...“ über den Laufsteg.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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