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Kate Moss Erfolg auf ganzer Linie

14.12.2005 ·  Für Karl Lagerfeld ist sie der „Idealtyp“: Insider glauben, Kate Moss werde ihre jährlichen Einnahmen von sechs Millionen Euro dank des Kokain-Skandals verdreifachen. Die französische Vogue widmet der „skandalösen Schönheit“ jetzt vier Titelbilder.

Von Alfons Kaiser
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Im "Bunte People Index" führt sie "die populärsten Fashion Vips der Woche" an. In "Bunte Star Control" liegt sie am Freitag in der Rubrik "Fashion" hinter Heidi Klum auf Platz zwei. So ganz scheint sich die "Bunte" mit sich selbst nicht einigen zu können. Jedenfalls ist Kate Moss, so die Mode-Botschaft der Woche, wieder ganz oben. Im Wettstreit mit unseren Saubermädchen Heidi Klum und Julia Stegner dominiert sie die Modewelt, als sei nie etwas gewesen.

War überhaupt jemals etwas? Nur eine kleine Verschnupfung, von der man in einigen Jahren sagen wird, daß sie die zweite Karriere der Kate einleitete. Im September zeigten Fotos, wie sie Kokain nahm. H&M, Chanel, Burberry und der Juwelier H. Stern sagten daraufhin Kampagnen ab oder ließen sie auslaufen. All diejenigen, die von East-End-Touch, Heroin-Chic und vom Image der leicht verlebten Lolita profitiert hatten - sie zogen den Kopf ein, bis sich der Sturm der Entrüstung gelegt hatte.

Skandalöse Schönheit

Einige hielten aber gleich wieder ihr Fähnchen in den Wind. Denn auch wenn die Aufmerksamkeit negativ ausschlug: Es war Aufmerksamkeit! In einem Alter, in dem sich andere Models mit Modelinien, Schmuckkollektionen, Fernsehshows und Charity-Dinners aufs Alter vorbereiten, beginnt Kate von vorn - mit einem mädchenhaft jungen Körper ausgestattet und nun auch mit Skandalreife, Erfahrungsspuren, Lebenslinien.

Carine Roitfeld, Chefredakteurin der französischen "Vogue", produzierte eine Bilderstrecke von sage und schreibe sechzig Seiten für die Dezember/Januar-Ausgabe, die in dieser Woche erschien. Alle Starfotografen - von David Sims bis Mario Sorrenti - wollten Moss vor der Kamera haben. Aber nachdem Craig McDean sie fotografiert hatte, verschwand sie in der "Rehab". So kam McDeans Produktion mit gleich vier Bildern auf den Titel. Die "Vogue" inszeniert die Britin als "scandaleuse beaute" nach Jean Cocteaus Film "La Belle et la Bete". Mario Testino, Bruce Weber, Steven Klein, Patrick Demarchelier widmen ihr Fotos. Roitfeld, Tom-Ford-Muse und Herrin der Augenringe, macht das alles nicht aus Mitleid: "Sie ist kein Model mehr, sie ist eine Ikone. Sie ist wie die neue Marilyn Monroe."

Ihre Einnahmen werden sich verdreifachen

Das haben auch andere bemerkt. Und so beginnt die zweite Karriere in diesem Spätherbst noch erfolgreicher, als die erste im Frühherbst endete. Im November ist sie auf den Covern von "Vanity Fair" und "W" zu sehen. Der Pirelli-Kalender kann nicht auf sie verzichten. Der Kosmetikkonzern Rimmel, die Modemarke Dior und der Parfümgigant Coty machen einfach weiter wie gehabt. Yves Saint Laurent zeigt das Model auf einem Werbefoto für das Parfüm "Opium" in lasziver Pose. Gleich nach der Therapie fliegt sie nach Ibiza, um für Anzeigenmotive des neobarocken Italo-Designers Roberto Cavalli bereitzustehen. New York, Los Angeles, Florenz, St. Barth: In der Karibik posiert sie planschend für den Juwelier David Yurman. In Barcelona steht sie für Bulgari vor der Kamera. Von den Anzeigen des französischen Lederwarenherstellers Longchamp wird sie ab Februar herabblicken. Das Gerücht will es, daß auch ihre alte Freundin Stella McCartney sie buchen möchte. Und am Freitag teilte der britische Mobilfunkanbieter Virgin Mobile mit, daß Kate in der Fernseh-Weihnachtswerbung der Marke auftreten wird - angeblich bekommt sie dafür umgerechnet 1,7 Millionen Euro. Bei Calvin Klein und Chanel hält man sich noch bedeckt. Burberry plant keine konkreten Projekte, schließt sie aber auch nicht aus.

Der "Mirror" nimmt jedenfalls schon einmal an, Moss werde ihre Einnahmen von sechs Millionen Euro im Jahr dank des Skandals verdreifachen. Es hat sich also gelohnt. Gut, ihren Freund Pete Doherty, der kurz nach Abbruch seiner Therapie mit Kokain ertappt wurde und nun ihr ehemaliger Freund ist, lassen wir einmal außen vor. Aber Kate steigt unaufhaltsam auf und hat Erfolg auf ganzer Linie - mehr als je zuvor. Alfons Kaiser

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.12.2005, Nr. 49 / Seite 74
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Jahrgang 1965, verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“.

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