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Dienstag, 14. Februar 2012
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Interview Zac Posen „Kunstwerke sind in der Mode wichtiger als Prominente“

25.01.2008 ·  Der New Yorker Jungdesigner Zac Posen zeigt eine Kollektion auf der Berliner Modewoche, die am Samstag beginnt. Der Designerstar der Stars macht Mode mit Hilfe der ganzen Familie. ein Gespräch über große Marken in Paris, Kunstwerke auf dem Laufsteg und Investor Puff Daddy.

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Der New Yorker Jungdesigner Zac Posen zeigt eine Kollektion auf der Berliner Modewoche, die am Samstag beginnt.

Sie zeigen Ihre Vorkollektion auf der Berliner Modewoche, die am Wochenende beginnt, kommen aber nicht selbst. Warum?

Leider habe ich absolut keine Zeit. Wir bereiten gerade unsere New Yorker Schau für Herbst und Winter vor, die am 7. Februar stattfindet, nähen noch die letzten Teile der Verkaufs- und der Schauenkollektion im Atelier, stellen sie noch mal neu zusammen und balancieren sie aus.

Die Schau in Berlin ist aber wichtig für Ihre Expansion in Europa?

Natürlich! Das ist potentiell ein riesiger Markt für uns.

Allerdings gibt es in Deutschland nicht so viele Luxusgeschäfte, die Ihre doch sehr teuren Kleider verkaufen könnten.

Das weiß ich nicht. Die Hälfte unseres Umsatzes machen wir außerhalb der Vereinigten Staaten, vor allem in Europa. Und in dem Maße, wie unsere Firma wächst, verkaufen wir auch Produkte, die preislich für viele zugänglich sind.

Parfums zum Beispiel?

Ja, wir arbeiten gerade mit der Firma „Selective Beauty“ an unserem ersten Duft, der Flakon wird von Fabien Barron entworfen. Das Parfum kommt im Dezember in den Vereinigten Staaten und etwas später in Europa heraus.

Und worum geht es in Ihrer Prêt-à-porter-Kollektion?

In der Damenmode geht es mir gerade vor allem um Transparenz, Leichtigkeit, neue Gewebe. Das Thema der Vorkollektion für Berlin ist „Bonnie and Clyde“ mit vielen Swimwear-Elementen und einer Grafik, die so wirkt wie russischer Konstruktivismus.

Und mit welchen Stoffen werden Sie experimentieren?

Ich arbeite viel mit Lycra- und Invista-Stoffen. Das hilft mir bei der Funktionalität sogar meiner Abendkleider: wie beweglich sie sind, wie sie hängen, wie sie schimmern. In der Mode werden ja gerade viele verschiedene Materialien kombiniert. Diese Stoffe helfen mir, meinen architektonischen Ansatz ein bisschen weicher auszuführen, eine bewegliche Architektur hinzubekommen.

Wie wichtig sind Großtrends für Sie?

Ich befolge nicht die Yves-Saint-Laurent-Formel mit Themenkollektionen. Ich will meine eigene künstlerische Sprache finden, will einfach nur gute Mode machen. Trends interessieren mich nicht.

Glauben Sie, dass New Yorker Mode heute auch in Europa einen besseren Ruf bekommt?

Ja, hier geht es nicht mehr um die typische New Yorker Bekleidungsindustrie. Wir machen Kunstwerke, und die Europäer erkennen das. Denken Sie auch an all meine Altersgenossen aus New York wie Thakoon Panichgul, der jetzt für die italienische Marke Hogan arbeitet.

Und das alles dank Anna Wintour. Von Marc Jacobs über Derek Lam und Proenza Schouler bis hin zu Thom Browne wird jeder bekannte junge New Yorker von ihr gefördert. Sie auch?

Na ja, es ist mehr eine Zusammenarbeit. Ich erinnere mich noch genau, als ich ihr mit 21 Jahren meine erste Kollektion in ihrem Büro präsentierte. Sie sagte mir, ich solle doch einen Ärmel ändern. Ich aber sagte, das würde ich nicht machen, der sehe gut aus. Seitdem hat sie ein bisschen Respekt vor mir. Das fragliche Kleid hat sie dann später für eine Modeaufnahme gebucht.

Neuerdings interessieren sich auch Finanzinvestoren für Modemarken. Sie haben schon sehr früh einen solchen Investor gehabt, nämlich Puff Daddy.

Ja, wir haben mit ihm zusammengearbeitet, sind aber jetzt ganz auf den Investor Ron Burkle umgeschwenkt.

Das ist der kalifornische Milliardär, der mit hohen Beträgen Hillary Clintons Wahlkampf unterstützt ...

... und der auch viel in Puff Daddys Modelinie „Sean John“ investiert hat. Zu Burkles Investmentfirma Yucaipa gehören auch Supermärkte. Die Investoren kommen also nicht aus der Textilindustrie. Von ihnen habe ich viel gelernt über das Business. Nur wenn man den geschäftlichen Rahmen kreativ ausfüllt, hat man Erfolg.

Und wie viele Anteile Ihrer Firma gehören zu Yucaipa?

Die Hälfte. Die andere Hälfte gehört mir und meiner Familie. Wir haben ungefähr 45 Angestellte für Atelier, Marketing, Verkauf und so weiter. Es gibt also ein ständiges Hin und Her zwischen dem Design und den Investoren.

Viele junge Berliner Modemacher suchen gerade nach Investoren. Würden Sie denen hier einen Tipp geben, wie man das am besten anstellt?

Dafür gibt es keine Formel. Investoren sind wunderbar. Aber eine Marke aufzubauen ist auch mit Investor nicht einfach. Jeder Kreative muss zunächst einmal wissen, was sein Ziel ist, nur dann funktioniert es. Und man muss die Marke verkörpern, wie es zum Beispiel Tom Ford oder Karl Lagerfeld tun. Man kann nicht nur hinter der Szene bleiben, sondern muss rausgehen und repräsentieren, wenn man etwas Großes aufbauen will. Die Geduld der Investoren ist kurz. Man muss schnell sein und gewitzt.

Und Sie wollen natürlich eine große Marke aufbauen.

Klar! In den nächsten Jahren werden wir Geschäfte eröffnen, zuerst in New York und in Paris, dann sehen wir weiter.

Sie haben mit vielen anderen Modemarken von Wolford bis Seven for all Mankind zusammengearbeitet. Gibt es da weitere Projekte?

Wenn die richtige Gelegenheit kommt, noch etwas für meine eigene Marke zu lernen, könnte da noch was folgen. Für eine sehr große Firma entwerfe ich zum Beispiel gerade Uniformen.

Bei der Expansion hilft Ihnen die halbe Familie.

Ja, meine Mutter Susan ist Vorstandsvorsitzende des Unternehmens – sie kommt übrigens zu der Schau in Berlin. Meine Schwester Alexandra, die früher Regisseurin am Theater war, ist Kreativdirektorin unserer Firma. Und mein Vater, ein Maler, ist mein härtester Kritiker. Er versteht etwas von Formen, Linien, Ausdruck, Erotik. Seine Kritik ist sehr wertvoll für mich.

Und beim letzten Finish Ihrer Kollektion auf dem Laufsteg helfen dann die Prominenten in der ersten Reihe?

Mein Ziel ist es, Kunstwerke auf den Laufsteg zu bringen. Das ist wichtiger, als Prominente in die erste Reihe zu setzen.

Was wäre, wenn jetzt jemand fragen würde, ob Sie eines Tages Nachfolger von Oscar de la Renta oder Ralph Lauren werden wollen?

Jetzt konzentriere ich mich erst mal auf meine Firma. Aber am interessantesten wäre es für mich generell, für eine große Marke in Paris zu arbeiten.

So wie Marc Jacobs für Louis Vuitton?

Genau!

Die Fragen stellte Alfons Kaiser.

Der New Yorker Jungdesigner Zac Posen zeigt eine Kollektion auf der Berliner Modewoche, die am Samstag beginnt. Der Designerstar der Stars macht Mode mit Hilfe der ganzen Familie.

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