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Herrenkollektion 2005/06 Junge Rockstars bei Dior

02.02.2005 ·  Männermode ganz weiblich: Mit Lippenstift und Lidschatten, in Blusen mit riesigen Schleifen schickten die Designer in Paris ihre Models über den Laufsteg. Das trägt „mann“ Herbst/Winter 2005/06.

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Zum Schluß schlug die Stunde der Stars: Supermodel Kate Moss, Modezar Karl Lagerfeld und Popsänger Sir Elton John saßen am Montagabend vereint in der ersten Reihe beim Defilee von Dior in Paris. Mit dem Spektakel endeten die sonst eher ruhig verlaufenen Kollektionsschauen der Männer für Herbst/Winter 2005/06. Und einmal mehr wurde die Sonderstellung von Dior-Designer Hedi Slimane in der französischen Herrenmode deutlich.

Die Mode war vor allem rockig: Die in superschmale, metallisch-schillernde Hosen, schwarze knappe Lederblousons oder Umhänge aus geflochtenem Leder gewandeten Models schienen die wilderen Tage der Rolling Stones zu beschwören. Offene strähnige Haare, eine krumme Haltung und ein trotziger Blick unterstrichen den Eindruck rebellischer Jungs.

Blazermäntel und goldene Hosen

Daß der selbst eher scheu wirkende Slimane das Einmaleins der Schneiderkunst so perfekt beherrscht wie wenige, zeigte sich in tadellosen Smokings mit riesigen Schleifen, fließenden Capes und schmalen grauen Blazermänteln. Kate Moss trug einen ähnlichen Mantel, jedoch in creme. Elton John wirkte mit seinem schwarzen Anzug und dunkelblauer Sonnenbrille dagegen eher unauffällig. Sein einziges modisches Wagnis, ein überlanges weißes Hemd, das im Sitzen wie eine sorgfältig über die Knie gebreitete Serviette aussah.

Die geschminkten Herren mit Rockstar-Attitüde vom Laufsteg erinnerten nicht wenig an den Musiker David Bowie, der in den 80-er Jahren mit Make-up auftrat, manchmal auch an Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger. Der richtige Mix ist dabei alles, so kombiniert Dior-Designer Hedi Slimane mit silbernen oder goldenen Stiefeln schlichte graue oder schwarze Mäntel, die mit ihrer zweireihigen Knöpfung fast schon militärisch anmuten. Oder er bietet zur goldenen Hose einen schneetauglichen Jacquard-Pullover mit dazu passender Mütze und Schal.

Pelzstola und Ansteckblume

In Paris werden Männer ein bißchen weiblicher. Manche Models trugen Lippenstift und Lidschatten, dazu Handtaschen und Abendbeutel, Pelzstola und Ansteckblume. Und wirken dennoch nicht wie verkleidete Frauen. Eher wie kleine Prinzen oder Bohemiens. Neben der romantischen Note, den weichen Lockenfrisuren und dank Glanzpuder frischen Gesichtern der Models, prägen britische Schneiderkunst und ein Schuß Sportivität den Look des nächsten Winters. „Rückkehr zur Raffinesse“ nennt es Didier Grumbach, Präsident der Pariser Vereinigung der Modeschöpfer. Die Männer hätten Lust auf anderes als reinen Sportswear.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AFP
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